Der digitale Buddy

Manche Firmen setzen bei der Einarbeitung neuer MitarbeiterInnen auf ein Buddy-System, das den Neulingen einen Kollegen oder eine Kollegin als Ansprechpartner für die ersten Tage oder Monate an die Seite stellt. Buddy, das bedeutet „Kumpel, Freund/in“ und drückt aus, dass da jemand Gleichrangiger ist, der sich kümmert. Jemand, der zeigt, wo es langgeht (d.h. die wesentlichen internen Abläufe) und wie man sich in der unbekannten Kultur des neuen Unternehmens bzw. Teams am besten zurechtfindet.

© Nicole Lücking, poasworld.de

Dass aber so ein Buddy-Prinzip bei der Einarbeitung auch in neue digitale Werkzeuge hilfreich ist, hat sich, glaube ich, noch nicht so herumgesprochen. Dabei kann das besonders effizient sein. Und ich denke, nicht nur Ältere schätzen es, wenn sie jemand haben, den sie einfach fragen können. Statt sich alleine, bestenfalls mit YouTube, grummelnd heranzutasten. Weiterlesen

Gelesen: „Meta! Das Ende des Durchschnitts“

Dirk von Gehlen will in seinem neuen Buch „nicht das Internet erklären“. Wohl aber einige der kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen, die Digitalisierung mit sich bringt: Inhalte, die nicht beim Sender, sondern beim Empfänger produziert werden. Gesammelte Nutzerdaten, die kontextbasiert eine nie vorher mögliche Personalisierung von Inhalten erlauben. Die granulare Gesellschaft – das Gegenteil von Massenproduktion und Massenkommunikation. Viele parallele Nischen und immer stärkere Segmentierung von Nutzergruppen, zum Beispiel auf der Grundlage ortsbezogener Daten. Und so fort.

Und es ist wohltuend nüchtern, wie von Gehlen das tut: Jenseits von Schreckensszenarien auf der einen, Paranoiavorwürfen auf der anderen Seite. Es geht ihm darum, Strategien für den Umgang mit den Veränderungen aufzuzeigen, um digitale Mündigkeit also.

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Begleitetes Schreiben

Die Schreibmaschine der Zukunft ist ein intelligenter Textassistent, der Autoren alle ungeliebten Tätigkeiten im Schreibprozess abnimmt. So beschreibt der Interaktions-Designer und Autor Samim Wininger (samim), der sich selbst als „KI-Experimentierer“ bezeichnet, in einem neuen Artikel auf medium die Anforderungen an moderne Textverarbeitung.

Remix: Assembly App

Der eigentliche schöpferische Vorgang, so Samim, wird in Zukunft viel mehr als bisher schon darin bestehen, Vorhandenes kreativ zu veredeln.

Kuratieren, Remixen, Transformieren  – das sind Tätigkeiten, bei denen Maschinen hervorragend einsetzbar sind.
Sie liefern den Rohentwurf, der von Autoren nur noch vollendet werden muss.

Für alle fortgeschrittenen Funktionen stehen digitalen Textarbeitern heute Werkzeuge zur Verfügung, und doch helfen diese Tools nicht bei grundlegenden Fragen: Wie schreibe ich gute Geschichten? Wo finde ich Inspiration? Wie überwinde ich Schreibblockaden? In diesen Bereichen hat sich das Schreiben jahrhundertelang nicht verändert: Der Mensch macht die kreative Arbeit, die Maschine druckt die Wörter.

Heute dagegen verändern neue Technologien grundlegend die hergebrachte Arbeitsteilung zwischen uns und unseren Schreibwerkzeugen.

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Fröhlich verdrahtet: Wire als Kommunikationstool für kleine Teams

Start-Screen der iOS-App

Wire ist ein noch wenig bekannter Messaging-Dienst. Als sicherer und benutzerfreundlicher Gruppenchat möchte Wire eine Alternative zu WhatsApp & Co werden und wirbt damit, die Privatsphäre wirklich zu achten.

Hinter Wire steht ein Entwicklerteam, das u.a. aus ehemaligen Mitarbeitern von Skype besteht – und das merkt man, denn der Dienst bietet Audio- und Videochat in sehr guter Qualität an.

Ich hatte Wire anfangs nur im privaten Umfeld kennengelernt. Meine Lauftruppe tauscht kurzfristige Verabredungen und Smalltalk darüber aus. Nachdem ich aber festgestellt habe, wie einfach sich Gruppen erstellen und Dokumente hochladen lassen, kam mir die Idee, es in einem kleinen Projekt zu testen. Dort hatten wir bisher E-Mail und Skype zur Kommunikation genutzt, teilweise auch Slack, das aber nicht jeder intuitiv findet.

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Operation Bahnhofsfoto

Das ist der Bahnhof von Klais in Oberbayern. Noch schnell aufgenommen, bevor der Zug losfuhr. Warum ich das fotografiert habe?

Mir war das Projekt Bahnhofsfoto eingefallen, das ein ehrgeiziges Ziel hat: Alle, aber wirklich alle Bahnhöfe in Deutschland und Schweiz abzulichten.

Wozu das? Auch für OpenSource-Projekte wird Bildmaterial gebraucht. Aber die meisten Fotos sind nicht lizenzfrei verfügbar für Entwickler, die freie Software zur Verfügung stellen. Deshalb die Idee: Bahnhofsfotos, die von der Crowd geliefert werden. Und so strampeln an schönen Wochenenden Radler von Usedom bis Utting am Bahngleis entlang, fotografieren Haltepunkte, historische und moderne Bahnhöfe. Das Projekt Deutschlands Bahnhöfe kann aber noch Mitstreiter gebrauchen, finde ich. Wie wärs?