Test: Mobil bloggen mit Ulysses für iPhone

Die preisgekrönte Schreibapp Ulysses hatte ich schon länger auf dem iPad, aber bisher noch nicht wirklich genutzt. Eigentlich schade, denn die Textverarbeitung kommt minimalistisch, aber durchdacht daher und besticht durch die hervorragende Umsetzung des Markdown-Formats.

Jetzt war ich aber eine Woche unterwegs, mit nichts an Elektronik außer dem guten alten iPhone (4S).

Gute Gelegenheit, die neue iPhone-Version von Ulysses auszuprobieren, die auch eine Schnittstelle zu WordPress bietet. Die App ist ein kostenloses Update, sofern man über die iPad-Version verfügt.

Was kann die App? Zunächst mal ist es ein Texteditor, der alle Auszeichnungs-Optionen über eine Leiste oberhalb der Tastatur bereitstellt. Beispielsweise Antippen des Formatsymbols öffnet ein Auswahlfenster:

Natürlich ist die Editier-Funktion nicht alles, denn es handelt sich um eine umfangreiche Schreib-App für Autoren. An jede einzelne Datei („Blatt“ genannt) können Bilder, Schlagwörter, Notizen angeheftet werden. Blätter können beliebig angeordnet in „Gruppen“ zusammengefasst werden, was ungefähr den Kapiteln eines Buchs entspricht. Das ist nützlich, wenn man etwa einzelne Abschnitte separat bearbeiten und dann aber gemeinsam als längeren Artikel exportieren möchte.

Kurz gesagt, die iPhone-App bietet so ziemlich alles an Organisations-, Schreib- und Exportmöglichkeiten, was die „große Schwester“ für den Desktop kann.

Aber wird das mit dem Bloggen wirklich so leicht und im Handumdrehen funktionieren, wie der fröhliche Trailer verspricht?

Die Screenshots habe ich über die (img)Funktion tatsächlich im Nu integriert. Nur an der Größe und Positionierung kann ich an der Stelle nichts ändern.

Es gehört außerdem noch ein wenig Übung dazu, zwischen den Menüs hin- und herzuwechseln.

Schließlich steht der Text und es kann an die Veröffentlichung gehen. Dazu muss man bei den Exporteinstellungen „Veröffentlichung“ wählen und die Zugangsdaten für den WordPress-Account eingeben.

Über das Upload-Symbol gelangt man zum Menü für die Beitrags-Einstellungen: Die bekannten Optionen für Kategorien, Tags, Planung usw. stehen zur Verfügung. Standardmäßig werden die Schlagwörter aus Ulysses übernommen, wenn ein Blatt dort verschlagwortet war.

Ein kurzes Tippen auf „Veröffentlichen“ – und voilà. Der Text ist übergeben und es öffnet sich Safari auf dem iPhone mit der Entwurfsansicht des Blogs.

Fazit: Durchaus eine Möglichkeit, unterwegs einen Blogartikel zu entwerfen und veröffentlichen – wenn auch nicht auf Dauer, denn dafür ist das Starren auf das kleine Display denn doch zu anstrengend.

Ein Selbsthilfe-Guru und seine Ratschläge für „Publishing 3.0“

James Altuchers Bestseller „Choose Yourself“ verkaufte sich bisher eine halbe Million Mal und stand in verschiedenen Amazon-Rankings weit oben. Er spricht darin die neue Arbeitswelt an: Jobs brechen weg, alle wollen mit Freelancern oder temporären Beschäftigten arbeiten – also, so die Botschaft, suche dir eine Nische und bearbeite diese entrepreneurisch

Der Bestseller katapultierte ihn in eine Liga mit Größen wie Tim Feriss, auch wenn er selber sich nicht als „Selbsthilfe-Guru“ sieht. Er erteile anderen keine Ratschläge, so Altucher, sondern schildere nur sein eigenes Scheitern und was er aus seinen Fehlern gelernt habe. „Advice is autobiography“.

Neben seinen Büchern betreibt Altucher einen erfolgreichen Podcast und einen Blog. Sein meistgelesener Blogartikel trägt die Überschrift How to Self-Publish a Bestseller: Publishing 3.0.

I’ve written before about publishing and self-publishing. But mostly it’s been how I lost money on every book I’ve written. This is the first time I can say I’ve published a good selling book and here is what I did.

Was ist Publishing 3.0?

In Altuchers Definition bedeutet 1.0, sein Buch bei einem Verlag unterzubringen, 2.0 war Selfpublishing, das mittlerweile sein Stigma komplett verloren habe. 3.0 ist das Buch als Businessmodell im Selbstverlag, aber dies sehr gezielt und planvoll.

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Daten hören: Podcasts über die Macht des Codes

Auf der Terrasse sitzen, in die Sonne blinzeln, Podcast hören. Ein paar Netzfundstücke für den Liegestuhl.

Wie sieht eigentlich ein E-Book unter der Haube aus? Andrea Nienhaus und Tina Giesler, beide erfahrene E-Pub-Produzentinnen, erkunden bei ihrer Quellcode-Lesung unterhaltsam das Format und seine Tücken. Aufgezeichnet bei der Electric Book Fair im Juni.

Voicerepublic.com, sozusagen einer der alternativen Radiosender auf der re:publica, sendet überhaupt Berichte von Konferenzen, die sich spannend anhören und von denen man so auch auf der heimischen Gartenliege etwas mitbekommt. Wie etwa die Digital Humanities 2016: Diese relativ neue Disziplin beschäftigt sich mit Big Data, Künstlicher Intelligenz und ihrer Anwendung in den Geisteswissenschaften. Zum Beispiel mit der Frage, wie man mit Hilfe von Big-Data-Analyse aus Zehntausenden literarischer Neuerscheinungen diejenigen herausfiltern kann, die das Lesen lohnen und für die Literaturkritik interessant sind.

Was ist dieses Darknet, von dem alle reden? Wieviel Euro steckt im Bitcoin? Wer solche Zusammenhänge verständlich erklärt haben möchte, kann beim Chaosradio des CCC fündig werden.
Auch im Curation Talk der Netzpiloten geht es aktuell um das Darknet, dazu um die Rolle von Social Media bei der Berichterstattung über die jüngsten Ereignisse, und mehr. Jeden Freitagabend führen sie auf Detektor.fm durch die verschlungenen Pfade von Netz und Politik.

Zum Thema „Daten hören“ noch ein ganz anderer Tipp: In der überaus empfehlenswerten Tutorial-Sammlung Programming Historian findet sich ein Artikel über die Kunst, Daten in Klänge umzuwandeln und über das Hören von Mustern, die bei einer Daten-Visualisierung verborgen bleiben.
Für programmiertechnisch weniger Interessierte dürften immerhin die Beispiele von zweifach umgewandelten Musikvideos ganz amüsant sein: Aus MP3 in ein „flaches“ abstraktes Datenformat und wieder zurück, sodass der Sound deutlich reduziert, aber die Melodie erkennbar bleibt. „Generating this effect is rather like saving a webpage as .txt, opening it in Word, and then resaving it as .html“ (Assoziationen mit der eingangs erwähnten Quellcode-Lesung rein zufällig  …)

Die Sache mit den guten Ideen

Mich faszinieren ja immer die praktischen Neuerungen bei ganz alltäglichen Dingen, und ich rätsele manchmal, wie sie zustande gekommen sind.muse

  • Wer hatte eigentlich zuerst die Idee, diese Schuhcremes gleich mit den Schwämmen dran zu produzieren, die heute so selbstverständlich sind – anstelle der Blechdosen, Lappen und Bürsten?
  • Wer ist auf die Idee gekommen, an Tankstellen unterschiedliche dicke Zapfhähne zu installieren, damit man nicht aus Versehen den falschen Sprit einfüllt und den Motor ruiniert?
  • Wer hat wann vorgeschlagen, diese Backpapier-Rollen gleich in passende Stücke fürs Backblech geschnitten auszuliefern, so wie bei Küchenrollen? Klingt banal, ist aber praktisch.
  • Wer hat sich das eigentlich ausgedacht, beim ersten Kindle wechselnde Autorenportraits als Quasi-Buchcover zu zeigen? (Scheint altmodisch, ist für mich aber immer noch ein Grund, das Teil immer wieder mal gern zur Hand zu nehmen.)

Um es kurz zu machen – ich weiß es nicht. Die Wahrscheinlichkeit ist aber hoch, dass sie  durch die Ideen von anderen befeuert wurden. Gute Ideen kommen eben nicht „mal gerade so“, sagt Steven Johnson. Sie brauchen oft Jahre zum Reifen. Manchmal kommt es vor, dass jemand die Hälfte einer Idee hat – und erst wenn diese halbe Idee mit der von jemand anderem zusammenprallt, kommt der eigentliche Geistesblitz.

Dieser Beitrag wurde angeregt von der Blogparade „Der Wert von Ideen„, zu der Gitte Härter alias Schreibnudel aufgerufen hat.

 

Teamarbeit, die mich beflügelt

Team

Team Success Session © Nicole Lücking, http://www.poasworld.de/

Es gibt sie immer wieder – die tolle produktive Gruppenarbeit. Ein Projekt, das mich und meine Mitstreiterinnen ordentlich in Atem gehalten hat, ist (fast) zu Ende. Wir haben den Batzen für diese Woche pünktlich abgeliefert. Alle sind irgendwie erschöpft, aber hoch zufrieden. Es ist natürlich keine zufällige Gruppe, sondern ein Team, das auf ein gemeinsames Ziel hingearbeitet hat – dabei aber jede als Selbstständige in Eigenverantwortung. Weiterlesen