SciFi und das Ende der Gebrauchsanweisung

Die Bedienungsführung eines sogenannten Seniorentelefons hat mich neulich fast wahnsinnig gemacht. SCSM25

Unter Ergonomie verstehen die offenbar, dass die Tasten etwas größer sind und man es vor allen Dingen sehr laut stellen kann. Weswegen es die Tante angeschafft hatte. Gebeten, Telefonnummern der Verwandtschaft einzuspeichern und ihr bei der Gewöhnung an das neue Ding zu helfen, musste ich irgendwann die Herumtipperei in nicht selbsterklärenden Menüs aufgeben und tatsächlich die Bedienungsanleitung zu Hilfe nehmen.

Dann hat es aber natürlich noch eine ganze Weile gedauert, bis ich die richtige Stelle gefunden hatte. Ich glaube, das Verstehen von Gebrauchsanweisungen wird zu einer aussterbenden Fähigkeit, genauso wie die Gebrauchsanweisung selber. Weiterlesen

New Work im Fokus der diesjährigen Lektorentage

„Lektorat 4.0 – Die Zukunft der Arbeit für freie Lektorinnen und Lektoren“ ist das Motto der 16. deutschen Lektorentage, die vom 8.-10. September am Wannsee stattfinden. Welche Veränderungen bringt „das digitale Zeitalter“ uns Textmenschen? Was kommt da auf uns zu und was genau soll dieses „New Work“ sein?

Der VFLL (Verband der freien Lektorinnen und Lektoren) lädt im Rahmen seiner Verbandstagung unter anderem zu Podiumsdiskussion und Workshops ein.
Nicht im Kaffeesatz lesen, was die Zukunft wohl bringen könnte – zu den Lektorentagen kommen, sagt der VFLL. Recht so, die Anmeldung ist noch bis 20. Juli.
Sehen wir uns?

Tools to go

Vermutlich benutzen Sie schon lange keine mechanische Schreibmaschine mehr (oder haben noch nie eine benutzt, was wahrscheinlicher ist). Aber hängen Sie noch an der guten alten Textverarbeitung?

Nichts gegen Word – es ist immer noch die eierlegende Wollmilchsau, wenn es darum geht, Texte zu erstellen, zu überarbeiten und in Form zu bringen.
Mir jedenfalls fällt spontan in meinem persönlichen Arbeitsumfeld niemand ein, der nicht wenigstens die grundlegendsten Funktionen von Word (& Co.) bedienen könnte. Bei fortgeschrittenen Einsatzzwecken wie Formatvorlagen und Makros oder hinsichtlich zeitsparender Prüfroutinen fürs Lektorat macht dem Platzhirsch wohl kein anderes Universal-Textprogramm so leicht Konkurrenz.

Nur: Was ist mit dem spontanen Schreiben unterwegs? Wenn es stimmt, dass die neue Word-App für Besitzer eines neuen iPad Pro 10,5 oder 12,5 offenbar nur als Teil eines Office-365-Abonnements zur Verfügung stehen soll (zumindest wenn man damit Dateien erstellen und bearbeiten will), dürfte das nicht nur für Freude sorgen.

© ArchMen – Fotolia.com

Nun gibt es an Schreib-Apps für Tablet und Smartphone keinen Mangel. Gerade wenn es um schnelle Entwürfe geht, können sie sogar die bessere Wahl sein.

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Bots klauen unsere Sprache. Oder so.

Transformer

Transformer – Marcelo Páez Bermúdez auf Flickr CC-BY-2.0

Unsere Schreib- und Kreativwerkzeuge rüsten sich unaufhaltsam mit künstlicher Intelligenz. Wird nun alles, was wir von uns geben, intelligenter – oder im Gegenteil vorhersagbarer, genormter, angepasster?

Individuelle Kreativität und Ausdrucksfähigkeit könnten verloren gehen, wenn wir dem „Auto-Vervollständigen“ zu viel Raum geben, meint der Autor Mark Wilson (The Rise Of Auto-Complete Culture–And Why We Should Resist auf FastCo) und führt als Beleg zwei Anwendungen von Google auf.

  • Autocomplete: In Googles Mailclient schlägt die Funktion Gmail Smart Reply vorgefertigte Antworten wie “haha,” “lol,” oder “talk later” vor. Das ist verführerisch, weil es eben schnell und unkompliziert geht und anscheinend oft die sinngemäß richtige Botschaft ist. Um das zu leisten, wurden offenbar zuvor große Mengen an tatsächlicher Korrespondenz analysiert und daraus der durchschnittlich wahrscheinliche Dialogverlauf errechnet.
  • Autodraw: In dieser Google-Applikation braucht man bloß eine sehr simple Skizze zu zeichnen und Google macht daraus mittels künstlicher Intelligenz ein richtig gutes Clipart. „Sozusagen Adobe mit Auto-Vervollständigen-Formel.“

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Der digitale Buddy

Manche Firmen setzen bei der Einarbeitung neuer MitarbeiterInnen auf ein Buddy-System, das den Neulingen einen Kollegen oder eine Kollegin als Ansprechpartner für die ersten Tage oder Monate an die Seite stellt. Buddy, das bedeutet „Kumpel, Freund/in“ und drückt aus, dass da jemand Gleichrangiger ist, der sich kümmert. Jemand, der zeigt, wo es langgeht (d.h. die wesentlichen internen Abläufe) und wie man sich in der unbekannten Kultur des neuen Unternehmens bzw. Teams am besten zurechtfindet.

© Nicole Lücking, poasworld.de

Dass aber so ein Buddy-Prinzip bei der Einarbeitung auch in neue digitale Werkzeuge hilfreich ist, hat sich, glaube ich, noch nicht so herumgesprochen. Dabei kann das besonders effizient sein. Und ich denke, nicht nur Ältere schätzen es, wenn sie jemand haben, den sie einfach fragen können. Statt sich alleine, bestenfalls mit YouTube, grummelnd heranzutasten. Weiterlesen