Anti-Plag: Über das Erfassen von Onlinequellen mit Zotero

PasteFür Hausarbeiten, Fachartikel und auch Sachbücher gehört sauberes Zitieren zum Handwerk, selbst wenn die Konsequenzen, beim Klauen erwischt zu werden, nicht so gravierend sein mögen wie bei einer prominenten Doktorarbeit. Und natürlich helfen einem heutzutage Programme beim Exzerpieren und Bibliographieren, also am Aufwand sollte es kaum liegen, wenn fremde Quellen nicht richtig zitiert werden.

Literaturverwaltungsprogramme gibt es einige. Ich empfehle für die Verwaltung von Rechercheergebnissen in der Regel Zotero.  Wie es funktioniert und wie man damit umgeht, das zeigen viele gute Tutorials, nicht zuletzt auch auf YouTube.  Wer sich mit dem Thema noch gar nicht befasst hat, mag vielleicht zuerst 7 Gründe Zotero auszuprobieren nachlesen.

Worum es mir hier geht: Zotero kann bibliographische Informationen, die in Webseiten eingebettet sind, automatisch auslesen und befüllt damit einzelne Felder wie Autor, Titel, Datum … Das ist bei Büchern und wissenschaftlichen Fachartikeln, die in digitalen Bibliotheken oder Katalogen verzeichnet sind, kein Problem. Deren genormte Metadaten  liest Zotero natürlich aus.

Aber wie steht es mit Blogs und Zeitungsartikeln? Zotero kann zwar bibliographische Metadaten in Webseiten auslesen, aber nur dann, wenn es die entsprechenden Informationen erkennt. Und die stehen im HTML-Header!

Bildschirmfoto 2015-11-19 um 16.18.32Bildschirmfoto 2015-11-19 um 16.10.13 Bei Wissenschafts- und verwandten Blogs gibt es gute Chancen, dass es funktioniert – wie man auch vermuten würde. Sie verwenden die Technik COinS  (ContextObjects in Spans, d.h. Kontext-Objekte in Span-Elementen) zur Einbindung von bibliografischen Metadaten.
Im Header von Lambert Hellers oben verlinktem Zotero-Artikel finden sich beispielsweise die Angaben <entry-date> und <entry-author>.

Bei manchen Zeitungsartikeln (z.B. aus der WELT) bzw. Zeitschriften (wie dem Harvard Business Review) funktioniert das Erfassen auch wunderbar, bei anderen wiederum (ZEIT) nur teilweise. Aber warum? Dank eines freundlichen Hinweises von Webentwicklerin Carolin Schwank weiß ich jetzt mehr: Zotero liest vorzugsweise die Metatag-Angaben aus dem Open Graph Protocol, das einen Zugang zu verschiedenen sozialen Plattformen bietet. Für WordPress beispielsweise gibt es verschiedene Plugins, die mithelfen, dass Artikel von Suchmaschinen gut gefunden und in den sozialen Netzwerken gut geteilt werden können.

Wenn beispielsweise die folgenden Open-Graph-Metatags ausgefüllt sind (oder überhaupt die Metatags mit Autoren-, Datums-, Titelinformation, am besten auch Beschreibung), hilft das beim Bibliographieren, denn die entsprechende Information muss nicht von Hand in die Zotero-Datenbankfelder eingetragen werden.

meta property="og:title"    
 meta property="article:author"     
meta property="article:published_time"

Der Schluss „je suchmaschinenoptimierter, desto leichter zu zitieren“ liegt nahe. Aber: „je leichter zu zitieren, desto zitierwürdiger“, das wird wohl wirklich niemand unterschreiben wollen …

(PS: Bildquelle für erstes Bild)