Wie aus Lorem ipsum ‚Laura im Shitstorm‘ wird

Webdesigner, Layouter, Schriftgestalter, Redaktionen verwenden Blindtext als Platzhalter, solange der eigentliche Text noch nicht zur Verfügung steht.

Aber Fantasietexte kann man auch sonst immer mal brauchen, sei es für Workshop-, Demo- oder Testzwecke. Woher dann auf die Schnelle eine Menge Textbausteine hernehmen und nicht stehlen?

Sicher, es gibt den guten alten „Franz“. Den kann man z.B. direkt in Word (ab 2013) erzeugen, indem man die kryptische Zeichenfolge „=rand()“ eingibt und die Enter-Taste drückt.

Aber nützlich ist diese Art von Blindtext eigentlich nur zum Ausprobieren von Schriftbild oder Gestalterischem, nicht für längere Dokumente. Weiterlesen

Folge-Freitag, mal anders

Es ist natürlich kein gewöhnlicher Freitag, dieser 20. Januar. Der Amtseinführungs-Freitag, Inauguration Day. Andererseits: was ist denn schon ein „gewöhnlicher“ Freitag?

Unter Twitterern war der Follow Friday, an dem man seine Kumpels mit einer freundlichen Empfehlung ins Wochenende verabschiedet, lange eine liebe Gewohnheit. Angeblich hat den Trend mal ein Micah Baldwin begonnen, indem er den Hashtag #ff kreierte (Quelle: „The Twitter Book“ von Tim O’Reilly und Sarah Milstein). Bei der Follow-Friday-Empfehlung geht es darum, zu sagen: Folgt mal dem, der ist lustig. Oder: Folgt mal der, die hat’s drauf. Weiterlesen

„Ohne falsche Ehrfurcht“: Computer und Wissenskonstruktion

Was kommt dabei heraus, wenn wir nach Jahren unsere „digitalen Artefakte“ wieder lesen? Dieser Tage schickte mir jemand per Chat einen witzigen Text: Mein ICQ-Protokoll aus dem Jahr 2000: Die schrägen Tage im Netz von damals. Der Kolumnist Martin Weigert beschreibt darin, wie er seine frühe Messenger-Kommunikation wiederentdeckt und staunend wieder liest – vor dem Hintergrund heutiger Erfahrung.

Dass es sich um ein aus persönlicher Sicht „historisches“ Dokument handelt, muss ich wohl kaum erwähnen. Damals war ich 17 Jahre alt, also im „besten“ Teenager-Alter. Zu lesen, wie das eigene, junge und unreifere Ich damals geurteilt hat, besitzt einen hohen Unterhaltungs- und Verwunderungswert.

Die Konversation, in der es viel um Downloadraten geht und darum, wie lange man online ist, fand ich deshalb so interessant, weil sie zeigt, wie stark künftig nicht nur unsere Alltagserfahrung, sondern auch unsere Erinnerung vom „Computer“ geprägt sein werden.

  • Spielt es eine Rolle, ob man jemals selber an einem Computer geschraubt, programmiert, gelötet hat?
  • Ist es wichtig, wie viel Zeit jemand damit verbracht hat, Software zu verstehen (oder sich darüber zu ärgern, oder sie zu verbessern)?
virtual-computer-generation

„Wie war das noch gestern? Wer war ich noch gestern?“ (Dieter Thomas Kuhn)

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Häppchenweise Motivation: Der Digital Writing Month

Die nächsten 30 Tage werden so oder so vorübergehen, ob Sie das wollen oder nicht. Warum also nicht einfach etwas Neues ausprobieren?

sagt Matt Cullen in seinem TED-Talk Try something new for 30 days.

30-Tages-Herausforderungen sind unglaublich in, seit Jahren schon. Sie beruhen auf der (nicht bewiesenen) These, dass sich eine Gewohnheit etablieren lässt, wenn man eine Sache 30 Tage lang durchhält. Nicht jeder mag dabei vielleicht die Motivation oder die Zeit aufbringen, in diesem einen Monat einen ganzen Roman zu schreiben. Weiterlesen

Ogfangt is’

Hallowe’en kaum vorüber, eine Sekunde nach Mitternacht, und eine halbe Million Menschen wartet nur darauf, in die Tasten zu hauen. Der Nanowrimo November beginnt, an dessen Ende die Teilnehmenden ihre 50.000 Roman-Wörter geschrieben haben wollen.

Auf Twitter kann man verfolgen, wie Autorinnen und Autoren sich vorbereiten und schon mal warmlaufen. Oder nachlesen, was sie über ihre Inspirationsquellen verraten.

Eine Sammlung von Anfängen

Also, Belletristik ist ja nun nicht mein Thema, aber ich freue mich schon auch über gelungene Romananfänge oder Fundstücke wie die Lieblingssätze von Zur Sache, Sätzchen, dem virtuellen Museum der schönen Sätze.

boeing

Unwiderstehliche erste Sätze gibt es natürlich auch in Sachtexten.

Mir fallen da wunderbare Einstiegssätze aus Zeitungsartikeln ein, die ich mal in Evernote gesammelt habe, und die als Romananfänge durchgehen könnten.

wetterIch streue ein paar Kostproben* ein (siehe Zitate). Weiterlesen