Gelesen: „Meta! Das Ende des Durchschnitts“

Dirk von Gehlen will in seinem neuen Buch „nicht das Internet erklären“. Wohl aber einige der kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen, die Digitalisierung mit sich bringt: Inhalte, die nicht beim Sender, sondern beim Empfänger produziert werden. Gesammelte Nutzerdaten, die kontextbasiert eine nie vorher mögliche Personalisierung von Inhalten erlauben. Die granulare Gesellschaft – das Gegenteil von Massenproduktion und Massenkommunikation. Viele parallele Nischen und immer stärkere Segmentierung von Nutzergruppen, zum Beispiel auf der Grundlage ortsbezogener Daten. Und so fort.

Und es ist wohltuend nüchtern, wie von Gehlen das tut: Jenseits von Schreckensszenarien auf der einen, Paranoiavorwürfen auf der anderen Seite. Es geht ihm darum, Strategien für den Umgang mit den Veränderungen aufzuzeigen, um digitale Mündigkeit also.

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2 Rezepte für Dummy-Texte

Also, ich hatte doch letztens versprochen, zwei weitere Methoden vorzustellen, wie man sich Blindtext jenseits des langweiligen lorem ipsum herstellen kann.

Blindtext, das sind mehr oder weniger sinnfreie Platzhaltertexte, die genutzt werden können, wenn nicht genügend (oder passende) Inhalte zur Verfügung stehen.

Man kann sie entweder „freestyle“ selber erzeugen oder „sampeln“.

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Wie aus Lorem ipsum ‚Laura im Shitstorm‘ wird

Webdesigner, Layouter, Schriftgestalter, Redaktionen verwenden Blindtext als Platzhalter, solange der eigentliche Text noch nicht zur Verfügung steht.

Aber Fantasietexte kann man auch sonst immer mal brauchen, sei es für Workshop-, Demo- oder Testzwecke. Woher dann auf die Schnelle eine Menge Textbausteine hernehmen und nicht stehlen?

Sicher, es gibt den guten alten „Franz“. Den kann man z.B. direkt in Word (ab 2013) erzeugen, indem man die kryptische Zeichenfolge „=rand()“ eingibt und die Enter-Taste drückt.

Aber nützlich ist diese Art von Blindtext eigentlich nur zum Ausprobieren von Schriftbild oder Gestalterischem, nicht für längere Dokumente. Weiterlesen

Folge-Freitag, mal anders

Es ist natürlich kein gewöhnlicher Freitag, dieser 20. Januar. Der Amtseinführungs-Freitag, Inauguration Day. Andererseits: was ist denn schon ein „gewöhnlicher“ Freitag?

Unter Twitterern war der Follow Friday, an dem man seine Kumpels mit einer freundlichen Empfehlung ins Wochenende verabschiedet, lange eine liebe Gewohnheit. Angeblich hat den Trend mal ein Micah Baldwin begonnen, indem er den Hashtag #ff kreierte (Quelle: „The Twitter Book“ von Tim O’Reilly und Sarah Milstein). Bei der Follow-Friday-Empfehlung geht es darum, zu sagen: Folgt mal dem, der ist lustig. Oder: Folgt mal der, die hat’s drauf. Weiterlesen

„Ohne falsche Ehrfurcht“: Computer und Wissenskonstruktion

Was kommt dabei heraus, wenn wir nach Jahren unsere „digitalen Artefakte“ wieder lesen? Dieser Tage schickte mir jemand per Chat einen witzigen Text: Mein ICQ-Protokoll aus dem Jahr 2000: Die schrägen Tage im Netz von damals. Der Kolumnist Martin Weigert beschreibt darin, wie er seine frühe Messenger-Kommunikation wiederentdeckt und staunend wieder liest – vor dem Hintergrund heutiger Erfahrung.

Dass es sich um ein aus persönlicher Sicht „historisches“ Dokument handelt, muss ich wohl kaum erwähnen. Damals war ich 17 Jahre alt, also im „besten“ Teenager-Alter. Zu lesen, wie das eigene, junge und unreifere Ich damals geurteilt hat, besitzt einen hohen Unterhaltungs- und Verwunderungswert.

Die Konversation, in der es viel um Downloadraten geht und darum, wie lange man online ist, fand ich deshalb so interessant, weil sie zeigt, wie stark künftig nicht nur unsere Alltagserfahrung, sondern auch unsere Erinnerung vom „Computer“ geprägt sein werden.

  • Spielt es eine Rolle, ob man jemals selber an einem Computer geschraubt, programmiert, gelötet hat?
  • Ist es wichtig, wie viel Zeit jemand damit verbracht hat, Software zu verstehen (oder sich darüber zu ärgern, oder sie zu verbessern)?
virtual-computer-generation

„Wie war das noch gestern? Wer war ich noch gestern?“ (Dieter Thomas Kuhn)

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