Begleitetes Schreiben

Die Schreibmaschine der Zukunft ist ein intelligenter Textassistent, der Autoren alle ungeliebten Tätigkeiten im Schreibprozess abnimmt. So beschreibt der Interaktions-Designer und Autor Samim Wininger (samim), der sich selbst als „KI-Experimentierer“ bezeichnet, in einem neuen Artikel auf medium die Anforderungen an moderne Textverarbeitung.

Remix: Assembly App

Der eigentliche schöpferische Vorgang, so Samim, wird in Zukunft viel mehr als bisher schon darin bestehen, Vorhandenes kreativ zu veredeln.

Kuratieren, Remixen, Transformieren  – das sind Tätigkeiten, bei denen Maschinen hervorragend einsetzbar sind.
Sie liefern den Rohentwurf, der von Autoren nur noch vollendet werden muss.

Für alle fortgeschrittenen Funktionen stehen digitalen Textarbeitern heute Werkzeuge zur Verfügung, und doch helfen diese Tools nicht bei grundlegenden Fragen: Wie schreibe ich gute Geschichten? Wo finde ich Inspiration? Wie überwinde ich Schreibblockaden? In diesen Bereichen hat sich das Schreiben jahrhundertelang nicht verändert: Der Mensch macht die kreative Arbeit, die Maschine druckt die Wörter.

Heute dagegen verändern neue Technologien grundlegend die hergebrachte Arbeitsteilung zwischen uns und unseren Schreibwerkzeugen.

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Operation Bahnhofsfoto

Das ist der Bahnhof von Klais in Oberbayern. Noch schnell aufgenommen, bevor der Zug losfuhr. Warum ich das fotografiert habe?

Mir war das Projekt Bahnhofsfoto eingefallen, das ein ehrgeiziges Ziel hat: Alle, aber wirklich alle Bahnhöfe in Deutschland und Schweiz abzulichten.

Wozu das? Auch für OpenSource-Projekte wird Bildmaterial gebraucht. Aber die meisten Fotos sind nicht lizenzfrei verfügbar für Entwickler, die freie Software zur Verfügung stellen. Deshalb die Idee: Bahnhofsfotos, die von der Crowd geliefert werden. Und so strampeln an schönen Wochenenden Radler von Usedom bis Utting am Bahngleis entlang, fotografieren Haltepunkte, historische und moderne Bahnhöfe. Das Projekt Deutschlands Bahnhöfe kann aber noch Mitstreiter gebrauchen, finde ich. Wie wärs?

Lesetipps: Langsamkeit, Fokus und Hirnauslüften

Wird Entschleunigung und bewusster zeitweiser Verzicht auf digitale Vernetzung zum Luxus, den man sich leisten können muss? Ist „Analog das neue Bio“, wie vor einiger Zeit propagiert wurde? (Nein, ist es nicht.) Die Bio-Metapher taugt nur in dem Sinne, dass Verzicht auf sinnlosen Konsum, wie bei der Ökobewegung, einen bewussteren Umgang mit den Ressourcen fördern kann.

„Analog“ und „Digital“ sind längst keine vernünftigen Kategorien mehr, um unseren Alltag zu beschreiben. Aber vielleicht gehört zur Vernetzung und Zukunftsgewandtheit durchaus die Fähigkeit, sich immer mal zurückzuziehen, um die mentalen Batterien aufzuladen und dem Gehirn zu erlauben, auch mal Dinge zu verarbeiten.

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Die re:publica in Buzzwords

re:publica 2017


Ja mei, was soll man schon über die diesjährige re:publica schreiben, wo es doch schon hunderte Tweets, Posts, dazu Live- und Nach-Berichterstattung quer durch die Medien gab?

Ich schreibe hier also auch keinen Bericht, sondern ein paar Schlagworte auf, die mir während der drei Tage neu (oder anders) begegnet sind.

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Slow Saturday in Berlin

Was tun, wenn man unterwegs in der S-Bahn, auf dem Weg zu den Gärten der Welt, feststellt, nicht nur die Kamera, sondern auch das Smartphone daheim vergessen zu haben? Ein Device-freier Tag! Das hatte ich schon lange nicht mehr. Perfekt für den Digital Detox, das Mal-Abschalten. Einerseits. Natürlich wäre es schön, andererseits, die vielen Eindrücke auf der IGA, das „Mehr an Farben“, die Gärten von Landschaftsarchitekten aus aller Welt, aber auch die Besucher festhalten zu können …

Das geht! Tatsächlich, auch ohne Kamera – einfach indem man daraus eine kreative Schreibaufgabe macht.

„Fotografisches Notieren“ nennt der Literaturwissenschaftler Hanns-Josef Ortheil die Methode, mit der sich die Beobachtungsgabe schärfen, Aufmerksamkeit und Konzentration üben lässt.

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