Tauchtiefe, Datenschleuder, Erfolgsteam – Nachlese zum Digital Media Camp

Zu Barcamps gehe ich immer gern, auch das 1. Digital Media Camp oder #dmcmuc am 6. Februar im Münchner Werk 1 am Ostbahnhof hat sich gelohnt: gute Sessions, nette Leute, neue Ideen und Kontakte. Hier fasse ich für euch zusammen, was mir gefallen hat.

Die Sessionplanung startete mit einiger Verspätung – ich weiß nicht so recht, ob das ein Bug oder ein Feature war: So konnte man ohne Hektik sein Müsli löffeln und sehen, wer von den Bekannten noch so alles da ist. Im Lauf des Tages haben sich die Pausen und Raumwechsel jedenfalls nach und nach eingependelt, mit genügend Zeit für den ein oder anderen Plausch.

Wie die Eröffnungs- und Vorstellungsrunde ergab, waren von den 120 Anwesenden etwa die Hälfte Journalisten, ansonsten Kreative aus verwandten Bereichen, Verlage, Vorruhestand, auf der Suche, alles dabei.
Auch etwa zur Hälfte Freie, Hälfte angestellt – das bedeutete unterschiedliche Blickwinkel, wie sich in den Sessions zeigte.

Eine Barcamp-Session ist nicht notwendigerweise ein Vortrag, im Gegenteil, das Ganze lebt vom Austausch, wie bei der Runde Fragen zur Zukunft der Arbeit der Digital Media Women.
Das Sammeln von Fragen per Zuruf zeigte: Die Themen, was Digitalisierung und „neues Arbeiten“ angeht, sind mittlerweile an sich wohlbekannt. Die Geister schieden sich an der Frage: Was davon ist eigentlich schon jetzt Realität? Wie von einer Teilnehmerin eingeworfen, es gebe doch jetzt schon Firmen, bei denen neues Arbeiten funktioniert…

Einblicke in nichtlineares Storytelling und die Arbeit einer interdisziplinären Redaktion bot zuvor Der Kontext, ein neues journalistisches Format, gerade erst im Crowdfunding erfolgreich. Verkürzt gesagt: Eine Art Google Maps für Nachrichten und Hintergrund. Hier entspann sich eine interessante Diskussion um den journalistischen Anspruch (und hält man sich an den Pressekodex – Antwort: ja). Mitgenommen habe ich das schöne Wort von der Tauchtiefe, das heißt Leser/in kann jeweils entscheiden, wie weit man in ein Thema eintauchen will und die Kontext-Knoten sind Inseln im Stream, wie es eine Teilnehmerin auf den Punkt brachte.

Selber habe ich auch eine Session angeboten, das gehört schließlich dazu bei einem Barcamp, zum Thema Zusammenarbeit mit Slack & Co. Ein bisschen Wiederverwendung von offenen Ressourcen (mit etwas Augenzwinkern: PowerPoint Karaoke zu Anjas Slides). Doch das eigentlich Interessante war, wie immer, auszutauschen: Wer nutzt das bereits, wie, warum und warum nicht? Kurz gefasst, je mobiler jemand unterwegs ist und je weniger angestellt, desto eher – das Thema „Daten in der Cloud“ ist momentan halt noch ein großes Hindernis, so scheint’s.

Was viele dagegen nicht auf dem Schirm haben, klärte die Session Datenschleuder SmartTV von Benjamin Eimannsberger vom MediaLab Bayern. Die Slides sind, ebenso wie Dokumentation der „großen“ Sessions, u.a. die Snapchat-Einführung von Richard Gutjahr, hier einzusehen: http://medialab-bayern.de/digital-media-camp/

Dann noch Erfolgsteams in der Praxis: Karin Hertzer und Claudia Minke vom Münchner Bloggerstammtisch erzählten und erklärten, wie das effizient funktioniert; eine kurze Team-Übung gab’s auch, um das nachzuvollziehen.
Am Schluss saßen wir im Kreis und haben Bloggertipps ausgetauscht („Du musst nichts machen wo du dich nicht selber wohlfühlst“, hab ich mir notiert. Ging um Podcasts.)

Insgesamt: Tolle Sache das. Lieben Dank ans Orga-Team. Ich würde sagen: Schaut’s euch nächstes Jahr mal an, es wird ein #dmcmuc17 geben.