Fröhlich verdrahtet: Wire als Kommunikationstool für kleine Teams

Start-Screen der iOS-App

Wire ist ein noch wenig bekannter Messaging-Dienst. Als sicherer und benutzerfreundlicher Gruppenchat möchte Wire eine Alternative zu WhatsApp & Co werden und wirbt damit, die Privatsphäre wirklich zu achten.

Hinter Wire steht ein Entwicklerteam, das u.a. aus ehemaligen Mitarbeitern von Skype besteht – und das merkt man, denn der Dienst bietet Audio- und Videochat in sehr guter Qualität an.

Ich hatte Wire anfangs nur im privaten Umfeld kennengelernt. Meine Lauftruppe tauscht kurzfristige Verabredungen und Smalltalk darüber aus. Nachdem ich aber festgestellt habe, wie einfach sich Gruppen erstellen und Dokumente hochladen lassen, kam mir die Idee, es in einem kleinen Projekt zu testen. Dort hatten wir bisher E-Mail und Skype zur Kommunikation genutzt, teilweise auch Slack, das aber nicht jeder intuitiv findet.

Was Wire mitbringt:

  • Plattformübergreifend nutzbar: Es gibt Apps für iOS und Android, Mac und Windows. Außerdem lässt sich Wire auch im Browser bedienen. Alles wird sofort synchronisiert, damit der aktuelle Stand von überall verfügbar ist
  • ansprechendes Design und intuitive Bedienung
  • die komplette Anwendung ist Open Source
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Audio- und Videotelefonie, Chats und hochgeladene Dateien
  • für die Desktop-Variante gibt es eine Screen-Sharing-Funktion bei Telefonaten
  • Wichtiger: Dokumente wie z.B. PDFs oder .doc werden direkt angezeigt, können weiter geteilt und heruntergeladen werden
  • Dokumente lassen sich aus der eigenen Timeline löschen, falls man sie nicht mehr benötigt – sie können aber für andere stehen bleiben

Dazu einige „Fun“-Features:

  • in der mobilen App lassen sich Zeichnungen anfertigen und Fotos beschriften
  • Integration von Giphy, um die Kommunikation mit lustigen GIFs aufzulockern (nicht jedermanns Sache)
  • Links z.B. von YouTube werden umgewandelt und Videos lassen sich unmittelbar abspielen

Klar – mit Business-Anwendungen wie Slack, Hipchat und Co. mit ihren Team-Arbeitsräumen und den vielen Schnittstellen ist der Wire Chat bei weitem nicht vergleichbar. Es ist zum Beispiel nicht möglich, Dateien direkt zu kommentieren oder gemeinsam zu bearbeiten. Threads für Gruppendiskussionen gibt es nicht – so wenig wie andere Team-typische Werkzeuge.

Weitere Nachteile oder Stolpersteine:

  • Wer schon andere Messenger benutzt, ist unter Umständen schwer zu überzeugen, noch einen weiteren Kanal aufzumachen.
  • Zu viele „Off Topic“-Nachrichten verstopfen schnell die Timeline und lassen Wichtigeres nach oben verschwinden. (Dafür aber eine eigene Gruppe aufzumachen erhöht wieder die Komplexität.)
  • Unterhaltungen, die dokumentiert und archiviert werden müssen, eignen sich weniger für diesen inoffiziellen Kanal. Ganz ohne E-Mail wird es nicht gehen.

Trotzdem kann es sich meiner Meinung nach lohnen, den Messenger bei bestimmten Projekten einzusetzen, deren Umfang begrenzt ist und wo auch weniger gemeinsam zu bearbeitende Dokumente anfallen. Wenn im Prinzip die Abläufe klar sind, nicht zu viel Interaktion stattfinden müsste, es aber doch mehr „menscheln“ sollte …

Weitere Infos:

In diesem Video https://youtu.be/GA3VhTYRZag werden die wesentlichen Funktionen der iOS-App vorgestellt- die auch auf anderen Plattformen zur Verfügung stellen

Eine Beschreibung aus journalistischer Sicht bei den Bleiwüsten.