Wie komisch, ausgerechnet Comic Sans

In meinem Posteingang fand ich kurz vor Weihnachten die jahreszeitlich bedingten guten Wünsche eines Geschäftspartners an die „Kunden, Kollegen und Freunde“. Diesmal sehr persönlich verfasst. So weit, so gut. Aber warum, um Himmels willen, musste es Comic Sans sein?

Offenbar hat die beliebteste und zugleich am meisten gehasste Schriftart des Computerzeitalters noch immer ihre Anhänger. Dabei ist es über zwanzig Jahre her, dass Comic Sans das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Sie kommt mit Windows 95 heraus und gehört schnell zu den am häufigsten verwendeten PC-Schriften. Warum, erklärt ihr Erfinder Vincent Connare so: Weil Comic Sans eben „anders“ war, „nicht wie die traditionellen Schriften, die man aus Büchern kennt“. Der Font fällt sofort auf, besonders dann, wenn er in einem Kontext verwendet wird, wo eine Comicschrift so überhaupt nicht passt.

Die einhellige Ablehnung seitens der Designer war und ist CS sicher.

Der räselhafte, völlig unangemessene Gebrauch durch Behörden und wissenschaftliche Institute tut ein übriges.

Seit Jahren gilt es eben als peinlich, sich der Comicschrift zu bedienen.

Aber der ganze Wirbel hat doch auch sein Gutes. Mehr Menschen beschäftigen sich mit Typografie. Zum Start ins neue Jahr empfehle ich abschließend das schöne Video von VSauce, in dem Michael Stevens nicht nur Comic Sans, sondern auch einige Typo-Basics erklärt, zum Beispiel woher eigentlich der Begriff Font stammt.