Der digitale Buddy

Manche Firmen setzen bei der Einarbeitung neuer MitarbeiterInnen auf ein Buddy-System, das den Neulingen einen Kollegen oder eine Kollegin als Ansprechpartner für die ersten Tage oder Monate an die Seite stellt. Buddy, das bedeutet „Kumpel, Freund/in“ und drückt aus, dass da jemand Gleichrangiger ist, der sich kümmert. Jemand, der zeigt, wo es langgeht (d.h. die wesentlichen internen Abläufe) und wie man sich in der unbekannten Kultur des neuen Unternehmens bzw. Teams am besten zurechtfindet.

© Nicole Lücking, poasworld.de

Dass aber so ein Buddy-Prinzip bei der Einarbeitung auch in neue digitale Werkzeuge hilfreich ist, hat sich, glaube ich, noch nicht so herumgesprochen. Dabei kann das besonders effizient sein. Und ich denke, nicht nur Ältere schätzen es, wenn sie jemand haben, den sie einfach fragen können. Statt sich alleine, bestenfalls mit YouTube, grummelnd heranzutasten. Weiterlesen

Ein Diagramm zum Projektstart

Als Redakteurin arbeite ich oft auch mit anderen „Freien“ – Autorinnen und Autoren, Grafik, Korrektorat, … Schließlich ist das Büchermachen kein Ein-Personen-Job.  Alle arbeiten selbstorganisiert, halten sich an gegebene Terminzusagen und ToDos und wir wissen, dass wir uns auf einander verlassen können. Oder?

Ich denke, Terminpläne und ToDos sind prima, aber sie zeigen doch gerade bei neuen Projekten nicht die „weichen“ Unsicherheitsfaktoren. Kommunizieren wir genug? Was kann passieren, wo muss man Knoten lösen, was passt bei der Zeitplanung nicht?
Um die Unsicherheitsfaktoren auf den Punkt zu bringen, kann man Mindmaps und ausgefeilte Visualisierungen erstellen – oder ein schlichtes Diagramm wie das Folgende nutzen.mehps
Ich nenne es Mehps, seit ein Besucher den Nachbarn in bestem Bayerisch erklärte, mithilfe eines Programms namens „Gugl Mehps“ die Orientierung wiedergefunden zu haben … Mehps kann aber auch für Mehrperspektiven-Skizze stehen.

Es ist eine Variante des Perspektivendiagramms, wie es Gabi Reinmann in ihrem Buch Wissenswege für das persönliche Wissensmanagement empfiehlt: als Hilfsmittel, mit dem sich ein persönliches „Wissensportfolio“ visualisieren lässt. Weiterlesen

Das Runde muss ins Eckige. (Nein, es geht nicht um Fußball.)

Halle 4In meiner kleinen Auswahl aus ungefähr 4000 Veranstaltungen auf der Frankfurter Buchmesse ging es um E-Book-Produktion, um Konvertierung und Werkzeuge zum Editieren.
Um Gestalterisches: Wie macht man E-Books schön?

Und immer wieder die Frage des Autorenworkflows: Wie mit dem „Wildwuchs“ umgehen? Wie das Chaos organisieren, das Autorinnen, Lektorinnen (natürlich auch deren männliche Kollegen) anrichten?
Ja, ich übertreibe. Aber alle, die sich mit dem Thema eine Weile beschäftigt haben, kennen das Spannungsfeld zwischen „kein Word ist auch eine Lösung“ und “Authors want Word”. Weiterlesen

Reflexion zur 5. Woche des Meta-MOOC

Wie geht denn nun ein Massive Open Online Course? Das wollten die Teilnehmenden am MOOC-Maker-Course herausfinden.

Weil so ein MOOC open ist – hier im Sinne von „öffentlich“, lässt’s sich auch von außen bequem beobachten und kommentieren.
In dieser fünften Kurswoche ging es um ein Thema, das mich von Haus aus interessiert: Wie konkretisiert und sichert man den eigentlichen „Content“ in einem offenen Kurs, dessen Struktur und Themen zwar im Vorfeld festgelegt sind, dessen Inhalte aber zu einem wesentlichen Teil von den Lernenden erstellt werden?

Allerdings: Bei so viel Material, das von so vielen Teilnehmer/innen auf verschiedenen Plattformen verfasst wird, wäre es illusorisch wirklich alles im Blick haben zu wollen. Ich habe das gar nicht erst versucht, sondern mich auf folgende Quellen beschränkt:

1. Live-Sessions:
Der Vorlesungsbesuch wird ja im MOOC durch ein lockeres „Abhängen“ (Hangout) mit den Experten ersetzt. Die aufgezeichneten Gesprächsrunden sind in YouTube eingestellt und lassen sich jederzeit im Nachhinein verfolgen. Ich habe mir die beiden bisherigen Sessions der Wiki-Woche und die begleitende Diskussion auf Twitter angesehen.
2. Twitter:
In diesem MOOC fanden lebhafte Diskussionen unter dem Hashtag „#mmc13“ statt. Ich würde mal sagen: Halb Pausenhof, halb Klassenraum – aber mit der Möglichkeit, dass sich auch ansonsten Unbeteiligte (ohne eigene Blog-Posts) ins Gespräch mischen konnten.
3. Meta-Diskussion im Wiki
Als Quelle hat sich natürlich das Wiki selbst angeboten: die entstehenden Diskussionsseiten und besonders das Gemeinschaftsportal.

Wie ist die Wiki-Woche gelaufen?

Schon früh war klar: „Dieses Wiki will ein praxistaugliches Handbuch im Sinne eines Kochbuchs sein.“ Also keine Projekt-Dokumentation im engeren Sinne, und auch kein enzyklopädisches Nachschlagewerk. Eine präzise und bildhafte Formulierung des Vorhabens: Von Rezepten, Menüvorschlägen, Zutaten ist da die Rede. Nach meiner Wahrnehmung gab es in der Folge kaum Diskussionen zur Frage, was hineingehört und was nicht.

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Interaktive Bastelstunde, oder: Wie geht „Design Thinking“?

„Design Thinking“ ist ja so ein Begriff, der im Zusammenhang mit Innovation, neuen Wegen des Lernens und kreativen Problemlösungen oft genannt wird. Die Idee hat mich begeistert, seit ich vor Jahren einen Vortrag des IDEO-Mitbegründers Tom Kelley gehört habe. Jetzt war Gelegenheit, die Methode einmal selber auszuprobieren: Daniel Bartels Workshop Design Thinking – Hands-on! gestern in München.

Design Doing. Machen ist das Wichtige.

Daniels Einführung ins Thema war hervorragend, trotzdem musste man erst einmal den kompletten Entwicklungszyklus selber ausprobiert haben, um wirklich zu verstehen, wobei es beim Design Thinking geht. „Hands on“ eben. Weiterlesen