Büchermachen im Kollektiv: Booktype

Seit ich mich mit dem Thema “Booksprint” beschäftigt habe, war klar, ich muss mich auch mit den Tools befassen, die so etwas ermöglichen.

Booktype ist eine freie Open Source-Software für das gemeinschaftliche Schreiben, Redigieren und Veröffentlichen von Büchern. “Veröffentlichen” heißt hier, die Publikation wahlweise als E-Book, PDF-Datei oder in HTML auszugeben und zum Beispiel zu Amazon oder Print-on-Demand Plattformen wie Lulu.com zu exportieren.

Die zentrale Idee hinter Booktype ist, dass mehrere Autoren zeitgleich an einem Buchprojekt arbeiten können. Zu diesem Zweck stellt die Plattform eine ganze Reihe von Community-Elementen bereit: Benutzer können Profile erstellen, Gruppen beitreten, live chatten, Statusmeldungen posten, Bücher abonnieren (um per RSS-Feed über Änderungen informiert zu werden).

Bücher lassen sich kapitelweise parallel bearbeiten, neu gruppieren und anordnen.

Wie in einem Web-CMS arbeitet man im Online-Editor, kann Formatierungen, Links und Bilder hinzufügen. Fußnoten und Seitenumbrüche für die Printausgabe lassen sich einfügen.

Weiterhin stellt die Plattform eine ausgereifte Versionsverwaltung zur Verfügung, mit der man vorherige Versionen wiederherstellen oder spezielle Varianten eines Kapitels verwenden kann.

Ihren Ursprung hat die Software in der Open-Source-Bewegung. Weshalb es vielleicht kein Wunder ist, dass gemeinsames Nutzen, Wiederverwenden, Kuratieren, Übersetzen, kurz “Mash-up” von Inhalten unterstützt wird. Namensnennung geschieht “automatisch”, selbst wenn Inhalte von einem Buch zum anderen geteilt werden. Für jedes Buch kann eingestellt werden, wer als Autor(en) genannt und unter welcher Lizenz es veröffentlicht werden soll.

Eine Demo-Version ist hier verfügbar. Ich habe die Software anhand des Manuals ausprobiert und bin nur an einem Punkt nicht weitergekommen: Der Theorie nach ist es einfach, mithilfe des Import-Tools Inhalte aus anderen eBooks hochzuladen, was mir leider nicht gelang. Überhaupt wäre eine erweiterte Importschnittstelle wünschenswert, um Entwürfe nicht nur im ePub-Format, sondern etwa als XHTML-Schnipsel zu integrieren.

Einen ausführlichen Praxistest hat übrigens Andrea Kamphuis im Kraut-Publishers Blog veröffentlicht.

Gespannt bin ich auf die weitere Entwicklung. Ab August soll es Booktype auch in einer gehosteten Version (Booktype Pro) geben.