Eine Rede ist keine Schreibe. Oder doch?

Das vielzitierte Bonmot wird meist Helmut Schmidt zugeschrieben, könnte aber auch schon älter sein (Friedrich Theodor Vischer, 1907). Egal, werden Sie vielleicht sagen. Dass eine Rede keine Schreibe sein soll, ist doch längst kein Geheimnis mehr. Und recht hätten Sie: Es scheint sich nun sogar bei vorlesenden Uni-Professoren herumgesprochen zu haben…

Was ist der Unterschied?

  • Das gesprochene Wort ist linear und flüchtig, wir können nicht mal eben im Text hin- und herspringen, wenn wir was verpasst haben. (Okay, in Podcasts und Videos, aber wie oft machen Sie das?)
  • Ein Vortragstext muss mehr Wiederholungen zulassen, den Einsatz von Stimme, Körpersprache und Pausen (auch Denkpausen des Publikums!) berücksichtigen.
  • Komplexe Vorgänge, Zahlen, Fremdwörter sind fürs Reden nicht optimal, weshalb Sie sie ja oft auf Folien packen. Auch die Kernsätze, die das Publikum beim geschriebenen Text vielleicht mit dem Leuchtstift hervorheben würde, visualisieren Redner gerne zusätzlich zum Vortrag (ja, ja, Power-Point-Bullets).

Und das sind nur drei der möglichen Aspekte. Texte, besonders wenn sie fürs Web geschrieben werden, sind oft auf Kürze und Effizienz getrimmt. Und natürlich sollen sie der Suchmaschine schmecken.

Trotzdem schlage ich Ihnen vor, sich einen Text, auch wenn er fürs Lesen gedacht ist, zuallererst als eine Konversation vorzustellen. Damit er von Anfang an mehr einen Plauderton bekommt. Eigentlich die natürlichste Herangehensweise, aber beherzigen Sie das immer?

Es gibt viele Aspekte, wie das Reden unser Schreiben verbessern kann.

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Warum einfache Sprache gar nicht so einfach ist – Lernen von der technischen Kommunikation

Letzte Woche habe ich mich ein bisschen darüber beschwert, dass ich mich genervt durch eine Gebrauchsanweisung blättern musste. Das war nicht nett, denn ich weiß, was die Kolleginnen und Kollegen Technische Redakteure leisten.

In diesem Zusammenhang empfehle ich einen Blick in Tom Johnsons Blog I’d rather be writing. Er hat gerade einen großartigen Artikel über Verständlichkeit (nicht nur technischer Informationen) geschrieben.
Schön: Der Artikel enthält einen Praxistest des Lesbarkeitstools Hemingway App. Für die Ungeduldigen fasse ich den Artikel hier mal zusammen. Weiterlesen