Kreative Korrekturzeichen

Korrekturzeichen sind genau festgelegt, amtlich nach DIN. Das ist ja auch klar, sie dienen der eindeutigen Kommunikation zwischen Korrektor und Setzerei. Missverständnisse beim Ausführen der Korrekturen sollen ausgeschlossen werden.

Unbotmäßig kreative Korrekturzeichen hatte der Zeichner Grant Snyder entworfen. Satzanweisungen wie “set in Italy”, “more drama”, “horribly wrong font” klingen zwar irgendwie vertraut, lassen dann aber doch Raum für Interpretationen …

Die Idee an sich ist originell, aber nicht ganz neu. Zuvor hat beispielsweise die Zeichnerin Eve Corbel ein eigenes Set an Korrekturzeichen kreiert, zu finden noch auf dem Blog der Korrekturwerkstatt Mighty Red Pen: Not your Mothers Editing Marks.

Jedenfalls sind Snyders INCIDENTAL COMICS, beispielsweise über das Betrachten von Kunst, immer einen Blick wert. Das Buch, welches den Anlass für die kreativen Symbole geliefert hat, ist als Hardcover erschienen: The Shape of Ideas. An illustrated guide to creativity.

SciFi und das Ende der Gebrauchsanweisung

Die Bedienungsführung eines sogenannten Seniorentelefons hat mich neulich fast wahnsinnig gemacht.

Unter Ergonomie verstehen die offenbar, dass die Tasten etwas größer sind und man es vor allen Dingen sehr laut stellen kann. Weswegen es die Tante angeschafft hatte. Beim Versuch, Telefonnummern der Verwandtschaft einzuspeichern und ihr bei der Gewöhnung an das neue Ding zu helfen, musste ich irgendwann die Herumtipperei in nicht selbsterklärenden Menüs aufgeben und tatsächlich die Bedienungsanleitung zu Hilfe nehmen.

Dann hat es aber natürlich noch eine ganze Weile gedauert, bis ich die richtige Stelle gefunden hatte.

Ich glaube, das Verstehen von Gebrauchsanweisungen wird zu einer aussterbenden Fähigkeit

Genauso entbehrlich wie die Gebrauchsanweisung selber.

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Prognosen sind schwierig…

… besonders, wenn sie die Zukunft betreffen.

Wer das gesagt hat, fällt mir gerade nicht ein. (Sorry, bitte googeln.)

An dieses Zitat musste ich jedenfalls denken, als mir beim Aufräumen Wired-Ausgaben von vor 20 Jahren in die Hände fielen.

Keine Ahnung, warum ich sie die ganze Zeit über aufgehoben habe.

 

Wer hätte das gedacht, eine unerwartete Nebenwirkung der DSGV-oh: Sie bietet einen willkommenen Anlass, alte Akten zu schreddern – und manchmal stößt man dabei eben auf solche Schätze.

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