Die ToDo-Liste im Bonbonglas

Das Ausprobieren von Produktivitäts-Apps ist ja eine beliebte Beschäftigung, wenn man zum Prokrastinieren (auch “Aufschieberitis”) neigt – und, ehrlich,  wer tut das nicht dann und wann? Ich kenne nur wenige Heilige und Power-Frauen, die dagegen gefeit sind. Natürlich macht es auch Spaß, die Werkzeuge auszuprobieren und sich über die Vorzüge und Nachteile des jeweiligen Lieblingstools mit anderen auszutauschen. Nicht umsonst gibt es spezielle Lifehacker- und Produktivitäts-Websites und Foren dazu, Artikel und App-Vergleiche zum Beispiel hier oder hier.

BonbonglasFür alle, die jetzt wissend nicken, ein richtig exotischer Tipp: Die Devices in den Schrank sperren und kurz mal was anderes probieren.

Wie zum Beispiel die Bonbonglas-Methode – die ich seit einiger Zeit immer wieder mal praktiziere.

 

Das Grundprinzip ist das gleiche wie bei den ToDo- und Getting-Things-Done-Apps:
1. Aufgaben in einzelne kleine Schritte zerlegen.
2. Die Dauer schätzen.

Dann weiter:

3. Jede Aufgabe kommt auf ein farbiges Kärtchen (mehrere Farben, je nach Projekt, dann erkennt man den Zusammenhang besser).

4. Jetzt kommt der nicht-intuitive Teil: Wir priorisieren nicht, sondern die Kärtchen werden gemischt und es wird blind eins gezogen. Manchmal bringt es nämlich gerade der Überraschungseffekt … wenn der Grund fürs Aufschieben zu viel Routine ist.

5. Den Küchenwecker stellen (denn die elektronischen Devices sind ja weggesperrt)

6. Wenn die Aufgabe erledigt ist, das Kärtchen zerknüllen und in das Bonbonglas.

Ist klar, worum es dabei geht, oder? Den Fortschritt zu visualisieren. Das unmittelbare Gefühl, schon richtig was erledigt zu haben.
Wer das Zerknüllen nicht mag, kann den Zettel auch falten ;) Oft assoziieren Schreibende ja den zerknüllten Zettel mit etwas Verworfenem, einem Gedanken, der nicht funktioniert hat oder einem Text, der vielleicht zu viele Fehler hat.

PS: Es gibt außer dem Bonbonglas andere geeignete Gefäße für die “Done”-Zettel. Anregungen zum Beispiel hier. Es geht in dem Artikel zwar nicht um Aufschieberitis, sondern um das – auch recht beliebte – Hochstapler-Syndrom. Das Prinzip ist aber das gleiche.