Ein neuer Blick auf LibreOffice

© Nicole Lücking, poasworld.de

Seit mit Office 2016 wieder eine vernünftige Word-Version für Mac zur Verfügung steht, habe ich das Open-Source-Äquivalent LibreOffice Writer nur noch selten benutzt. (Eigentlich hauptsächlich, um mit der Erweiterung Writer2Epub Dokumente ins E-Book-Format zu konvertieren.)

Anfang Februar nun haben die Entwickler von der Document Foundation ein neues Release, LibreOffice 5.3, veröffentlicht. Auf der deutschsprachigen Website wird das Release als experimentell bezeichnet, “auch für ‘innovative’ Anwender, die bereit sind, mögliche Fehler und Probleme an The Document Foundation zu melden”. Das macht natürlich neugierig.

Freundliche Benutzeroberfläche

LibreOffice verwendet in in dieser Version ein flexibles Oberflächen-Konzept namens MUFFIN (My User Friendly & Flexible INterface). Alle Symbolleisten lassen sich individuell mit Themes anpassen und recht minimalistisch gestalten. Zu den gewohnten Werkzeugleisten ist ein “Symbolband” (ähnlich dem Menüband bei Word) hinzugekommen.

 

Das Symbolband gehört zu den “experimentellen” Funktionen, weshalb es etwas versteckt in den Einstellungen erst aktiviert werden muss. Also: Ich persönlich brauche es nicht und verwende als Werkzeugkoffer lieber die Seitenleiste.

Mir gefällt vor allem die Möglichkeit, vom Navigator aus schnell zu einzelnen Stellen in umfangreichen Dokumenten zu springen.

Sinnvoll fürs Überarbeiten und Neustrukturieren ist auch die Option, mehrere Überschriften gleichzeitig auszuwählen und deren Ebene zu erhöhen oder zu verringern.

Globaldokumente und Teildokumente – nützlich, aber etwas tricky

Das spricht zwar noch nicht für einen kompletten Umstieg, aber eines habe ich für mich neu entdeckt und finde es doch angenehmer als in Word: Umfangreiche Dateien lassen sich leicht aufsplitten und in so genannten Globaldokumente (also das, was in Word Zentraldokument heißt) verwalten.

Als Kriterium für die Aufteilung kann man dabei eine beliebige Absatz-Formatvorlage auswählen. Wichtig ist nur:

  • Das Dokument muss am Anfang, also vor der ersten Überschrift, etwas Text enthalten und
  • es muss mindestens eine Überschrift 1. Ordnung vorhanden sein.

Die Teildokumente übernehmen leider nicht den Inhalt der Formatvorlage als Dateinamen, sondern den des Globaldokuments (hier: “Beispiel”). Man muss sie anschließend umbenennen. Außerdem sollte der Name des Globaldokuments nicht auf eine Ziffer enden, etwa “Beispiel3”. Sonst gibt es eine Fehlermeldung und das Globaldokument wird nicht erzeugt.

Ansonsten hatte ich mit den Dokumenten bisher keine Probleme, sie lassen sich bequem über den Navigator verwalten, z.B. weitere Teil-Dateien auch per Drag & Drop bequem einfügen (sofern sie dieselbe Vorlage verwenden).

Fazit:

Es lohnt sich, einen Blick auf die freie Office-Alternative – auch auf dem Mac – zu werfen. Oder zum Beispiel für bestimmte Funktionen in LibreOffice zu wechseln und das Dokument anschließend in Word weiterzubearbeiten. Nachdem der Wechsel zwischen dem odt- und docx-Format mittlerweile fast verlustfrei möglich ist – zumindest wenn man keine ausgefeilten Sonderformate braucht – spricht ja wenig dagegen.