Eindrücke von der #Fbm16

fbm16_halle01Ursprünglich war hier ein Beitrag geplant: “Was ich dieses Jahr auf der Buchmesse gelernt habe.” Aber leider, so richtig viel Neues fand ich dann  nicht, über das zu schreiben lohnte. Deshalb nur Eindrücke, die haften blieben.

Selbermachen angesagt

Beim eBook Award wurde ein Projekt ausgezeichnet, bei dem sich Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Flucht auseinandergesetzt und gemeinsam ein enhanced eBook gestaltet haben.
Preiswürdig, und warum ist so etwas noch selten, was braucht es denn dafür? Die Antwort der Projektleiterin: Zeit und Geduld, die Bereitschaft, so etwas neben der Schule noch durchzuführen (bei Lehrern und Schülern) und den Mut, sie “machen zu lassen”, eben etwas mal nicht besser zu können.
Undenkbar für sie: Ohne WLAN sein. Zur Bestätigung gabs das Kurzvideo Generation YouTube, welches “die mediale Welt von Kindern und Jugendlichen” widerspiegele.

fbm16_halle04A propos Selbermachen: In der Selfpublisher Area wars wieder recht voll, noch mehr Betrieb als schon die Jahre zuvor.

Ein Viertel aller Lesenden besitzt E-Book-Reader und/oder liest EBooks. Wie viele davon sind  EBook Autoren, die wiederum andere Autoren lesen?

Social ist Social (und kein PR)

Wusste ich zwar auch schon, aber schön gesagt. Von Susanne Kaspar glaube ich, beim Bloggertreffen, das wie ein Art Barcamp organisiert sein sollte.

Susanne Kaspar hat dann später den Virenschleuderpreis als “virale Persönlichkeit” bekommen.

(Noch mehr Preise.)

LitBloggen ist weiblich

“Wo sind denn die Jungs?” Frage zum Auftakt der gleichen Veranstaltung. Wenig überraschend, dass die Mehrzahl der Bloggenden weiblichen Geschlechts sind – wie schließlich auch die Lesenden.

Ach ja: Anscheinend erlebt derzeit das Bloggen ein Revival. Mehr als 1200 Buchblogs gibt es, wie Leander Wattig in seiner Anmoderation sagte.

So viel VR war nie

In 3-D Welten einzutauchen, wird immer einfacher. Ein Kamerahersteller verteilte Taschen mit faltbaren Brillen ähnlich Googles Cardboard. Bisher hatte ich noch keine, also gleich mit nach Hause genommen und Neffen und Nichte begeistert.

Dann im Sonder-Ausstellungsbereich “The Arts”, wo sich die kulturellen Institutionen präsentierten, Googles virtuelles Museum: beeindruckend (und doch leicht verstörend), wie sich in die Kunstwerke eintauchen ließ.

In der Präsentation einer Innovations-Agentur sah ich als Marketing-Gag: Einen Virtual Reality Store, der ganz leer ist, in dem nur eine 3-D-Brille liegt. Ein Kunde betritt den Laden, setzt sich die Brille auf und wandert durch die „Ausstellung”.

Was fehlt?

Natürlich liegt der Sinn bei solchen Veranstaltungen wie der Buchmesse gar nicht darin, sich von Vorträgen beschallen zu lassen, inhaltlich Neues zu lernen. Der Sinn jenseits der “Geschäfte” liegt ganz sicher in den Begegnungen. Und die Buchmesse bot auch reichlich Gelegenheit, Menschen zu treffen, die man sonst vielleicht nur übers Netz, digitale Medien kennt.fbm16_halle08

Natürlich gibt es auch die schönen, heiteren Dinge am Rande wie das Flanieren durch die Halle mit den prämierten Non-Books (Papeterie, Guerillagärtner-Bedarf, Deko). Oder die sehr nachdenklich stimmenden wie die Aktion von Amnesty.

Trotzdem habe ich das Gefühl, das mir etwas fehlt – und damit meine ich nicht das weitgehende Fehlen von gedruckten Büchern an den Ständen der Wissenschaftsverlage und im “Klassenzimmer der Zukunft”.

Gibt es da vielleicht einen Trend, den ich verpasst habe? Etwas Spektakuläres, das nur den Eingeweihten sich erschloss? Gerne Hinweise in den Kommentaren…

Fotos von Nicole Lücking. Mehr Impressionen und großartige (Frankfurt-)Bilder aus ihrer Kamera hier.