Feeds for Thought. Zukunft

Dieser Tage ist es schwer, von den Gedanken an Fake News, Filtern, Propaganda nicht schockiert zu sein. Kaum verwunderlich, dass in meinem Feed-Reader und den Social-Media-Streams einige Artikel mit entsprechenden Themen oder besser Dystopien (also dem Gegenteil von Zukunftsoptimismus) aufgetaucht sind.

Ich teile ein paar, die mich besonders beschäftigt haben:

Data und so

[Update: Als ich dies hier vor über einer Woche schrieb, konnte ich noch nicht ahnen, dass der im folgenden erwähnte Artikel so viel Wirbel, Widerspruch und Diskussionen auslösen würde. Für mich war das Thema erst mal noch neu und bedenkenswert. Ein letzter Link-Hinweis: Im Schweizer Tagesanzeiger haben die Autoren inzwischen auf die “Explosion” geantwortet, die ihre Reportage ausgelöst hat.]

Gerade erschien in der Schweizer Zeitschrift Das Magazin die Reportage über eine Firma, die mit Big-Data-Analysen sozusagen Politik macht. Charakteranalysen von Facebook-Nutzern würden genutzt, um diesen gezielt manipulierende Artikel anzuzeigen. Der Forscher, der die Algorithmen entwickelt hat, sei in Gewissensnöten. “Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt”. Ganz so einfach ist die Sache mit den Psychogrammen aber offenbar nicht. Und das Targeting so neu auch nicht.

À propos Filterblasen, Echokammern und ähnliche Phänomene, von denen dieser Tage so oft die Rede ist. Ein guter Überblick über Propaganda, Bots, Medien und wie alles zusammenhängt, bei Netzpolitik.org: Fake News, Social Bots, Sockenpuppen, eine Begriffsklärung.

Im Merton Magazin ein Interview mit dem Soziologen Thomas Druyen über das neue Feld der Zukunftspsychologie, die “Auswirkungen der demografischen Zäsur, der Digitalisierung, der künstlichen Intelligenz und auch der Robotik auf unsere Psyche und unsere Gefühle” untersucht, also wie wir lernen können, paradoxe Situationen und Ungewissheit besser aushalten zu können.

Noch ein, etwas älterer, Artikel von Sebastian Haselbeck bei den Netzpiloten, den ich in diesem Zusammenhang empfehle: Warum Cyberpunk die einzig plausible Zukunftsvision ist. Blade Runner und Co. zeigen ihn, den Zusammenprall von hochtechnisierter Zukunft und harter Realität.

Das Positive

“Eine neue Medienkompetenz in einer reizüberfluteten Kultur. (…) Im digitalen Zeitalter die informelle und kommunikative Balance wiederzufinden, die Medien im Sinne eines konstruktiven Lebens zu selektieren – darum wird es in Zukunft gehen.” beschreibt Trendforscher Mathias Horx als eine der Strategien gegen die Negativität. Öfter mal den Ausschalt-Knopf betätigen. Und bewusst das Konstruktive suchen. (Sehr verkürzt wiedergegeben. Der Artikel Trump und die Zukunft ist wirklich lesenswert.)

Orwell

Von Alain de Bottons “School of Life” gibt es ein Erklärvideo, eine animierte Bildergeschichte über George Orwells Leben und Werk: Sehenswert und passt natürlich immer.

Und sonst

Alpha Centauri bekommt einen neuen Namen. Die Internationale Astronomie-Union (IAU) beschloss ihn umzutaufen – in “Rigil Kentaurus”. Dann mal schnell das Navi für interstellare Reisen updaten…