Mein iPad als Schreib-Maschine: Korrekturen im PDF

Ich bin schon öfter gefragt worden, ob ich nicht eine App kenne, mit der man auf dem iPad komfortabel PDFs korrigieren kann. Am liebsten auch handschriftlich, so wie auf Papier eben.

Da gibt es mittlerweile natürlich einige Optionen. Alle hier aufgeführten Apps arbeiten mit dem Apple Pencil zusammen, aber den braucht es gar nicht unbedingt.

Bewährtes Schweizer Messer: GoodReader

Das Universalwerkzeug zum Verwalten und Bearbeiten von Dokumenten. Schon älter, aber immer noch ein mächtiges Werkzeug für Profis mit vielen Bearbeitungsmöglichkeiten (etwa Nur-Text aus dem PDF zu extrahieren, sich den Text vorlesen zu lassen, Rotation oder Zuschneiden von PDFs usw.)

GoodReader geht sehr gut mit Kommentaren um und bietet u.a. auch die Möglichkeit, eine Zusammenfassung der Annotationen zu exportieren.

Ein Pluspunkt, wenn es ums handschriftliche Annotieren geht, ist sicherlich die Lupen-Funktion zum Vergrößern eines Textausschnitts. Damit lässt sich auch auf dem kleineren Display sauber schreiben.

Platzhirsch: PDF Expert

Die App PDF Expert (derzeit in der Version 6.1.9) kommt wie eine moderne, etwas abgespeckte Version von Good Reader daher. Noch dazu mit deutschsprachiger Oberfläche.
Seit einiger Zeit gehört PDF Expert zu den beliebtesten Kauf-Apps im Store. Zum Kommentieren und um Korrekturanmerkungen anzubringen, genügt der Reader, man muss dazu nicht die Pro-Version erwerben. Praktisch hier: Die handschriftlichen Anmerkungen lassen sich nach Farben filtern; z.B. wenn je nach Autor (oder auch nach Art der Anmerkung) ein andersfarbiger Stift ausgewählt wurde.

PDF Expert (links) und GoodReader (rechts) im Vergleich

Standard: Adobes Acrobat Reader

Der Acrobat Reader für iOS mag zwar kostenlos sein, er enttäuscht aber, was die Kommentarfunktionen angeht (die deutlich hinter den Möglichkeiten der Desktop-Variante zurückbleiben). Fürs handschriftliche Annotieren – das natürlich auch geht – bringt die App kaum besondere Funktionen mit.

Speziell für Handschriftliches: Notability

Diese App gehört ebenfalls seit Jahren zu den beliebtesten Werkzeugen fürs iPad. Sie wurde speziell für den Apple Pencil noch einmal optimiert. In Notability lassen sich PDFs öffnen und mit verschiedenen Stiftwerkzeugen einfach annotieren.

Auch hier gibt es eine praktische Lupe zum Vergrößern.  Im Gegensatz zu Good Reader und PDF Expert lassen sich die Anmerkungen in Notability nicht getrennt auflisten, durchsuchen oder gar getrennt exportieren. Aber das ist ja bei Handschriftlichem eh weniger sinnvoll als bei „richtigen“ Korrekturanmerkungen…
Stattdessen ein Bonuspunkt für die Möglichkeit, eine Sprachnotiz zu integrieren. Das war zwar hier nicht das Thema, ist aber besonders praktisch für längere Anmerkungen, die den Platz sprengen würden.

Auf die Schnelle: Direkt in Mail

Wenn’s schnell gehen soll und nur wenige Korrekturanmerkungen zu machen sind, kann man PDFs auch einfach in Mail bearbeiten – mit dem eingebauten Fotoeditor von iOS 11. Dazu braucht man dann gar keine gesonderte App.
Es genügt, das PDF als Mailanhang  zu öffnen und „Markierungen“ zu wählen, um die Stiftpalette des Fotoeditors zur Verfügung zu haben.

Nach dem Annotieren gleich per Mail verschicken, und fertig!


Wie gesagt, das sind nur einige der möglichen Optionen. Relativ neu (und kostenlos) ist die App PDF Viewer der österreichischen Softwareschmiede PSPDFKit – die auch gute Bewertungen hat.
Oder auch die Notability-Konkurrenz GoodNotes mit einer Funktion zum Texterkennen, so dass auch handschriftliche Notizen durchsuchbar sind.
Ich habe beide aber noch nicht ausprobiert.

Ausblick: Weitere Funktionen

Mit dem Annotieren ist es natürlich meist nicht getan. Damit das iPad unterwegs wirklich einen Laptop oder Desktop-Rechner ersetzen kann, müssen die Apps auch das komfortable Verwalten und Überprüfen von Kommentaren ermöglichen. Außerdem ist es wichtig, dass die PDF-Dateien übersichtlich organisiert und eventuell mit verschiedenen Cloud-Diensten synchronisiert werden können. Dazu komme ich in einem weiteren Beitrag.