Kann man Arbeiten 4.0 in sieben Tagen lernen?

Auf diese Frage gibt es aus meiner Sicht drei Antworten. Erstens: “Im Prinzip ja.” Zweitens: “Das kommt darauf an.” Drittens: “Ja, und …”

1. Im Prinzip ja:
Arbeiten 4.0 kann man “lernen”, wenn man an einem offenen Online-Kurs teilnimmt, der kompakt und durchdacht mit Einführungsvideos die Bandbreite, aber auch die Kernpunkte des Themas aufzeigt. Der “A 4.0 MOOC” zur Zukunft der Arbeit ist ein solcher Kurs, mit 7 Schwerpunkten zu Themen von Arbeitsorganisation und Arbeitskultur über den Abbau von Hierarchien bis zu Creative Thinking, mit der Bildung und Netzwerken als Querschnittsthemen.

(c) Andrea Brücken, @diehauteculture

Bildungshappen zum Frühstück, zu Mittag, am Nachmittag …
Lernen mit Videos, das ist sicher individuell, wie man damit umgeht.
Ich habe begonnen, die Zusammenhänge als Mindmap zu erfassen, Notizen mit Bleistift und Papier ergänzt. Aber das Thema bleibt komplex.

Gut, dass Andrea Brücken für jeden Tag eine Sketchnote des Mittags-Videos erstellt hat.

2. Das kommt darauf an:
Ein MOOC lebt vom eigenen Engagement und vom Austausch in den Foren. Impulse, aus denen jeder sein eigenes Lernprogramm erstellen kann. Auf Twitter, in Blogs und weiteren Plattformen zum Weiterdiskutieren. Quantität und Qualität des Austauschs bestimmen die Teilnehmenden.

Für das Thema Arbeiten 4.0 gilt: Es betrifft ja nicht nur die Einzelnen, sondern ist ein gesellschaftlich relevantes, etwas, das in der Zivilgesellschaft weiter diskutiert werden muss. Viele denken, diese Art zu arbeiten oder überhaupt das Thema digitale Disruption sei noch sehr, sehr weit weg. Im Kurs wurde deutlich: es wird die meisten Wissensarbeiter recht schnell einholen.
In den sieben Thementagen kann zwar eine erste Standortbestimmung erfolgen, was ergibt sich aber an praktischen Konsequenzen?
Außer den Videos gab es für jeden Tag Anregungen, was jeder/r als einen ersten kleinen Schritt unternehmen könnte. Allein das in die Tat umzusetzen, ist Stoff für mehr als eine Woche.

3. Ja, und …:
Zu einem MOOC, wie auch zu anderen Formen des neuen informellen Lernens wie zum Beispiel Barcamps, gehört es auch, dass neue Netzwerke entstehen und Allianzen geschmiedet werden. Was in den MOOCs an Inhalten entstanden ist, lässt sich als Knoten in einem Wissensnetzwerk verstehen, dass sich weiter ausbreiten wird.
Sicher wird es mit einer erweiterten Community weitergehen, wie, das wird vom Improvisationstalent und vom Ideenreichtum der Teilnehmerinnen und Teilnehmer abhängen.
“Ja, und”: das ist, wie ich gelernt habe, ein zentraler Begriff in der angewandten Improvisation. Ein Thema, um das die Lern-Community die Diskussion bereicherte, überraschend, aber sehr passend.

Neugierig geworden?

Noch bis 15. Mai ist der Kurs auf der Lernplattform mooin weiter kostenfrei zugänglich.