Lady Ada und die Software-Pionierinnen. Ein Besuch im Computermuseum

IMG_4041Zum 200. Geburtstag der Ada Lovelace würdigt eine Ausstellung im Heinz Nixdorf MuseumsForum Pionierinnen der Informatik.

Ohne diese “rechnenden Frauen” könnte die heutige Technologie nicht funktionieren.
Die Ausstellung wirft ein Schlaglicht auf eine weniger bekannte Tatsache: Die wesentlichen Meilensteine in der Geschichte von Software sind Frauen zu verdanken.

Lovelace gilt als die erste Person, die ein Programm geschrieben und veröffentlicht hat. 1845 sah sie die Möglichkeiten voraus, die ein Computer viel später tatsächlich bot – nicht nur Berechnungen anzustellen, sondern auch mit Sprache und Musik umzugehen. Ihre Arbeit wurde wiederentdeckt in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts, man hat erkannt, dass es die gleichen grundlegenden Konzepte waren, die auch heute noch Anwendung finden.IMG_4127

Unter den vielen Frauen, die seit dem zweiten Weltkrieg in der Informationstechnik gearbeitet haben, waren einige, die ähnlich bahnbrechende Entwicklungen geleistet haben, aber “in Vergessenheit geraten” sind.

Zu den bekannteren zählen noch Grace Hopper, die den ersten Assembler programmierte und die Programmiersprache COBOL entwickelte. Ihr ging es dabei um die Benutzerfreundlichkeit – Credo: die Maschine muss sich dem Menschen anpassen und nicht umgekehrt.

Mary Allen Wilkes war die erste Person, die einen Personal Computer zuhause verwendete. Die Programmiersprache dafür (LINC) hatte sie selbst entwickelt.IMG_4131

Limor Fried – wie Ada Lovelace gern als Ikone stilisiert und auch als “Lady Ada” bezeichnet – vertreibt mit ihrer Firma Adafruit unter anderem den Raspberry Pi und Projekt-Kits, mit denen man spielerisch Systeme bauen kann. Ziel ihres Unternehmens ist es, mehr Menschen und speziell Frauen für Technik und Wissenschaft zu begeistern.

IMG_4129Nadia Thalmann, die den Humanoiden Roboter Nadine programmierte, geht der Frage nach, “wo wollen wir hin mit der Technik?” Fragen, die man sich schon zu Ada Lovelaces Zeiten stellte. Denn im Zuge der Industrialisierung spielte die Automatisierung ja bereits eine Rolle. So wurden erstmals Fragen gestellt wie: “ersetzen uns die Maschinen?”, “was wird aus der Arbeit?”

IMG_4124Was mir neben Nadine mit am besten gefallen hat, waren die gut gemachten Demos, etwa um die Analytical Engine zu erklären, ein Konzept, zu dem Ada Lovelace maßgeblich beigetragen hat.

Wer die Chance hat, nach Paderborn zu reisen, dem kann ich einen Besuch der Ausstellung im übrigens weltgrößten Computermuseum nur empfehlen. Sie geht noch bis 10. Juli.