Make lists not war: Workflowy fürs Sammeln von Gedanken

Früher habe ich ja ein persönliches Wiki für “alles” benutzt: TiddlyWiki. Oder genauer gesagt, eine Variante davon, die d3 Wiki heißt und für “GTD”- also Produktivitäts-Zwecke adaptiert war.

d3 Wiki

TiddlyWiki, das war – oder ist – ein Wiki-System, das nur aus einer einzigen HTML-Datei besteht. Informationen werden in sogenannten Tiddlers organisiert. Wie in einem Wiki lassen sich die Tiddlers im Menü verlinken, und je nach Bedarf ein- oder ausblenden.

Als dann das iPad zu meiner Kreativ-Zentrale wurde, hat sich fast alles, was mit dem Thema Notizenmachen zu tun hat, in Evernote verlagert. Für ToDos nutze ich in der Regel entweder Trello (für größere Vorhaben oder Teamwork), oder die iOS-eigenen Erinnerungen, – oder für die Kleinigkeiten schlicht einen Papierschreibblock.

Aber natürlich: Ist ja nicht so, dass ich nicht von Zeit zu Zeit eine neue Produktivitäts-App ausprobieren würde.
Nun also: Workflowy, ein Webdienst, der damit wirbt, das er mein “Gehirn organisieren” helfe. Workflowy existiert schon seit Jahren und hat zahlreiche begeisterte Nutzer, auch Stewart Butterfield, der Gründer von Slack, gehörte offenbar dazu.

WorkflowyWas kann Workflowy? Es ist definitiv ein Tool für Leute, die Listen lieben oder gern Listen von Listen machen: Listen sind möglich in großer Zahl, endloser Länge, beliebiger Verschachtelung.
Ähnlich wie bei TiddlyWiki bietet sich hier die Möglichkeit, in die benötigte Information “hineinzuzoomen” und alles andere auszublenden. Die mobile Version ermöglicht es, offline zu arbeiten – alle Daten sind in einer Datei. Und ja, es gibt bereits Anpassungen und Vorlagen für GTD-Fans.

Was mir daran gefällt:

  • Alles an einer Stelle
  • Super simpel, minimalistisch-ästhetisch
  • Synchronisiert sich sofort auf allen Geräten
  • Gute Suchfunktion
  • Verschlagwortung
  • lasst sich kollaborativ verwenden

Was ich weniger gut finde:

  • keine Erinnerungsfunktion
  • keine Exportmöglichkeit
  • kein Sharing mit anderen Apps (Oder ich habe es nur noch nicht entdeckt.)

Ob das Tool, bei all seiner Übersichtlichkeit, Flexibilität und Einfachheit, einen festen Platz auf meinem iPad erobert? Da bin ich mir noch nicht so sicher. Rate aber Menschen, die es gern minimalistisch und aufgeräumt haben, sich das Tool auf jeden Fall anzusehen.