Reflexion zur 5. Woche des Meta-MOOC

Wie geht denn nun ein Massive Open Online Course? Das wollten die Teilnehmenden am MOOC-Maker-Course herausfinden.

Weil so ein MOOC open ist – hier im Sinne von “öffentlich”, lässt’s sich auch von außen bequem beobachten und kommentieren.
In dieser fünften Kurswoche ging es um ein Thema, das mich von Haus aus interessiert: Wie konkretisiert und sichert man den eigentlichen “Content” in einem offenen Kurs, dessen Struktur und Themen zwar im Vorfeld festgelegt sind, dessen Inhalte aber zu einem wesentlichen Teil von den Lernenden erstellt werden?

Allerdings: Bei so viel Material, das von so vielen Teilnehmer/innen auf verschiedenen Plattformen verfasst wird, wäre es illusorisch wirklich alles im Blick haben zu wollen. Ich habe das gar nicht erst versucht, sondern mich auf folgende Quellen beschränkt:

1. Live-Sessions:
Der Vorlesungsbesuch wird ja im MOOC durch ein lockeres “Abhängen” (Hangout) mit den Experten ersetzt. Die aufgezeichneten Gesprächsrunden sind in YouTube eingestellt und lassen sich jederzeit im Nachhinein verfolgen. Ich habe mir die beiden bisherigen Sessions der Wiki-Woche und die begleitende Diskussion auf Twitter angesehen.
2. Twitter:
In diesem MOOC fanden lebhafte Diskussionen unter dem Hashtag “#mmc13” statt. Ich würde mal sagen: Halb Pausenhof, halb Klassenraum – aber mit der Möglichkeit, dass sich auch ansonsten Unbeteiligte (ohne eigene Blog-Posts) ins Gespräch mischen konnten.
3. Meta-Diskussion im Wiki
Als Quelle hat sich natürlich das Wiki selbst angeboten: die entstehenden Diskussionsseiten und besonders das Gemeinschaftsportal.

Wie ist die Wiki-Woche gelaufen?

Schon früh war klar: “Dieses Wiki will ein praxistaugliches Handbuch im Sinne eines Kochbuchs sein.” Also keine Projekt-Dokumentation im engeren Sinne, und auch kein enzyklopädisches Nachschlagewerk. Eine präzise und bildhafte Formulierung des Vorhabens: Von Rezepten, Menüvorschlägen, Zutaten ist da die Rede. Nach meiner Wahrnehmung gab es in der Folge kaum Diskussionen zur Frage, was hineingehört und was nicht.

Offene und weiter zu diskutierende Fragen scheinen mir – vor allem aus Sicht der Veranstaltenden – zu sein:

  • Wie motiviert man die Teilnehmenden, ihre gewonnenen Erkenntnisse – und vielleicht auch vorher oder abseits des Kurses vorhandenes Wissen – in einem Wiki zusammenzutragen?
  • Wie geht es hinterher mit den Inhalten weiter?

“Wichtig ist zurzeit vor allem, dass wir in den Modus der Inhalte-Produktion finden – und da darf die Form zur Not auch eine untergeordnete Rolle spielen, falls sie zu sehr hemmt.” (Dörter Giebel im Gemeinschaftsportal)

“(…) insofern erhoffe ich mir, dass alle nochmal hirnen, was sie nicht doch alles gelernt haben und nun noch einmal wohlgeordnet ins Wiki einspeisen können.” (Kommentar von Dörte Giebel im Konzeptblog)

Sicher gibt es Hürden. Von Seiten der Teilnehmer explizit ins Feld geführt:

  1. Zeitmangel, andere Prioritäten. (Ein generelles Problem, vielleicht nicht speziell des Wiki.)
  2. “Eine zusätzliche technische Hürde. ” Wozu sich extra die Auszeichnungssprache, Wiki-Syntax genannt, aneignen, nur um beitragen zu können?
  3. “Ich weiß noch nicht genug, um mitschreiben zu können”

Ein guter Anfag ist gemacht.
Zur aktiven Beteiligung lädt zum einen die Themen-Schnappliste ein: „Wozu sollte es in diesem Wiki dringend eine Seite (eine Erläuterung) geben?“ So muss sich kein Teilnehmer im stillen Kämmerlein das Hirn zermartern, “zu was könnte ich denn bloß etwas schreiben”? Und man kann sich Themen wünschen, zu denen man gern mehr erfahren möchte.
Zum anderen gab und gibt es die sehr aktive Community, die hilfsbereiten und kenntnisreichen Wiki-Expertinnen. Und natürlich die zu Recht hoch gelobten Gastgeber/innen, die mit Humor und freundlicher Beharrlichkeit immer wieder auf Beteiligung drängen.
Nicht zuletzt hat das Live-Tutorial im Hangout sicher dazu beigetragen, dass die eine oder der andere Mut gefasst haben, sich als Benutzer im Wiki anzumelden und loszulegen.

Mein Eindruck: Es ist gelungen, über den Kreis der “üblichen Verdächtigen” (eLearning-Experten) hinaus, Teilnehmer zum Schreiben zu motivieren.
Schön wäre es, wenn es – gemäß dem Vorschlag von Sabine Hueber -, noch gelänge Tandems zu bilden: Eine/r schreibt, der oder die andere redigiert …

Was hätte man anders machen können?

Ich denke, eine Alternative wäre es in erster Linie gewesen, das Wiki von Anfang an mehr als Ort der gemeinschaftlichen Wissensproduktion zu nutzen. Es hat ja eine wöchentliche Kollaborations-Aufgabe gegeben, ein “Offenes Angebot zur vernetzten Zusammenarbeit”. Diese hätte man ins Wiki verlegen können.
Außerdem wäre es möglich gewesen, eine Seite für jede Kurswoche anzulegen und die wöchentlichen vorbereitenden Lektüren hier aufzulisten. Sozusagen die “Theorie”. Diese hätte man mit der “Praxis” auffüllen können: a) die im Laufe der Kurs-Woche sich zeigenden Probleme und b) Lösungsansätze dazu, etwa in Form einer Link-Liste zu relevanten Teilnehmer-Blogs.

Mein Fazit

Das “Handbuch des Gelingens” (Joachim Sucker) ist auf einem guten Weg. Ich denke, das Wiki kann und wird wachsen, sobald weitere deutschsprachige MOOCs zu konkreten Themen veranstaltet werden. Die jeweiligen Veranstalter werden die Rezepte erproben und ihre eigenen Erfahrungen ergänzen.

 

Ein Gedanke zu „Reflexion zur 5. Woche des Meta-MOOC

  1. Pingback: Neues aus WIKILAND - #MMC13 - der Open MOOC-Maker Course 2013

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