Tag des Notizbuchs

NotizbuchAuf den 19. Mai fiel der Tag des Notizbuchs, Notebook Day, und er wurde in diesem Jahr erstmals begangen.

Nichts mitbekommen?
Hätte ich auch nicht, wenn nicht zufällig ein vielbeachteter Tweet der British Library den Hashtag #NotebookDay in meine Timeline gespült hätte.

Die BL nutzte die Gelegenheit, um auf einen ihrer Schätze aufmerksam zu machen:

Das Notizbuch gehörte William Blake (1757-1827), dem englischen Dichter, Künstler und Visionär und gewährt einen faszinierenden Einblick in seinen Schaffensprozess.
Es wird angenommen, dass Blake das Notizbuch seit Februar 1787 benutzt und ständig bei sich trägt. Zunächst füllt es es mit einer Reihe von Bleistiftskizzen unter dem Arbeitstitel “Ideen von Gut und Böse”. Als er etwa sechs Jahre später das letzte Blatt des Notizbuchs erreicht hat, dreht Blake es um und beginnt von hinten hineinzuschreiben – diesmal um ihm Gedichtentwürfe anzuvertrauen, die er später stark kommentieren wird. Einige der Illustrationen auf den schon benutzten Seiten bleiben erhalten, während andere überschrieben werden.

Die Bücher übrigens, die aus diesen Skizzen und Kritzeleien entstanden, hat Blake gesetzt, mit selbst angefertigten Radierungen versehen (das Verfahren hatte er erfunden), selber gebunden und verlegt. Ein früher Selfpublisher, als das Büchermachen noch Handwerk war – in einem ganz anderen Sinne als das digitale Schreiben heute.

Was wäre, wenn William Blake heute leben würde? Wäre er einer der allerersten Nutzer eines Smartphones gewesen? Hätte er eine Notizapp oder den 4D-Druck entwickelt? Oder doch eher Videokünstler geworden? Und hätte er seine Gedichte getwittert?

WilliamBlake Poem

Ah ja, um auf den Tag des Notizbuchs zurückzukommen: Wer sich sowas nur immer ausdenkt? Nun, es gibt eine Erklärung, die etwas mit Marketing zu tun hat …