Der Kongress twittert nicht

Diese Woche war ich auf der Internationalen Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer (kurz IDT) im schweizerischen Fribourg.

Die Veranstaltung – diesmal mit 1700 Teilnehmern aus über 100 Ländern – findet nur alle vier Jahre statt. Es gibt sie seit 50 Jahren. Eine ehrwürdige Institution also, die dieses Jahr in Vorträgen und Fachpodien über die Herausforderungen des Deutschunterrichts unter aktuellen Vorzeichen nachdachte. Migration und Integration, Mehrsprachigkeit und Sprachpolitik, digitaler Wandel.

Was den digitalen Wandel betrifft … Nun, eine Verbandstagung ist etwas ganz anderes als ein Barcamp und braucht vielleicht nicht unbedingt einen “Rückkanal”.

Aber ein bisschen gewundert hat es mich schon, dass in einer solchen Umgebung voll pädagogischen Fachpersonals so wenig auf Twitter los war. Weiterlesen

Prägnant, fluid: der Twitter-Essay

Mit das Interessanteste, was ich diese Woche gelesen habe, war ein Artikel auf Wired über Emma Coats. Die Storytelling-Spezialistin trainiert Googles Sprachassistenten Persönlichkeit und Schlagfertigkeit an, um das Nutzungserlebnis zu verbessern. Wer sich mit dem Äquivalent zu Apples Siri unterhält, soll das Gefühl eines echten Gegenübers haben. Also gilt es, eine Figur mit einer Art Story zu entwickeln.

Emma Coats war früher bei den auf Animationsfilme spezialisierten Pixar Studios angestellt. Was sie dort über Storytelling lernte, fasste sie in einer Serie von Tweets zusammen – den als Pixar’s Rules of Storytelling berühmt gewordenen 22 Regeln. Diese Tweets, so wird sie in dem Wired-Artikel zitiert, seien eine Art Notizen an ihr früheres Selbst gewesen.

Sicher ist Emma Coats nicht die Erste, die Twitter in dieser Weise verwendet hat: Sie veröffentlichte eine nummerierte Serie von thesenartigen Tweets – einen Twitter-Essay. Die Nummerierung macht deutlich, dass es sich um eine Folge von aufeinander aufbauenden Gedanken handelt. Oft werden die Tweets mittels “Antworten”-Funktion miteinander verbunden, manchmal nur durch einen Hashtag.

Joannechocolat veröffentlicht regelmäßig ihre “Ten Tweets about”

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Folge-Freitag, mal anders

Es ist natürlich kein gewöhnlicher Freitag, dieser 20. Januar. Der Amtseinführungs-Freitag, Inauguration Day. Andererseits: was ist denn schon ein “gewöhnlicher” Freitag?

Unter Twitterern war der Follow Friday, an dem man seine Kumpels mit einer freundlichen Empfehlung ins Wochenende verabschiedet, lange eine liebe Gewohnheit. Angeblich hat den Trend mal ein Micah Baldwin begonnen, indem er den Hashtag #ff kreierte (Quelle: “The Twitter Book” von Tim O’Reilly und Sarah Milstein). Bei der Follow-Friday-Empfehlung geht es darum, zu sagen: Folgt mal dem, der ist lustig. Oder: Folgt mal der, die hat’s drauf. Weiterlesen