Vor der Buchmesse: Ein Streifzug durch die Buchblogs

1245 Adressen umfasst mittlerweile die Topliste der deutschen Buchblogs, die Tobias Zeising auf seiner Seite Lesestunden zusammengestellt hat, wo er regelmäßig die Blogosphäre der Buchblogger analysiert. Viel zu viele, um sie annähernd zu verfolgen – und ohnehin interessant eher für diejenigen, die sich mit Belletristik beschäftigen. Aber doch einen Blick wert.

Viele Buchblogs widmen sich der Literatur selbst, den guten Büchern, den Rezensionen. Bei den folgenden Leseempfehlungen geht es mehr um das “Drumherum”.

Buch und Handel

Das Literaturcafé fasst die aktuelle Bitkom-Bücherstudie zusammen, laut der offenbar immer mehr Buchkäufer auf die “kalte” Empfehlung der Algorithmen vertrauen statt auf die Expertise der freundlichen Buchhändlerin: Beratung im Buchhandel immer weniger genutzt.

Dafür verlagert sich die Kommunikation mit den Leserinnen und Lesern auf andere Kanäle. In den E-Book-News findet sich ein Artikel darüber, wie der Messaging-Dienst Whatsapp genutzt werden kann: Whats Next – Thalia-Buchhändler geben Leseempfehlungen via Whatsapp.

Auch das Potenzial von Instagram haben Verlage erkannt und beginnen auf der Plattform zum Beispiel Mitarbeiter und Neuerscheinungen vorzustellen. Eine Liste der Verlage auf Instagram führt Henrik Dietl bei zu ende gelesen. Stand: 6.10.

Die Selfpublisher-Bibel berichtet über den Streaming-Dienst Oolipo, “ein Netflix für multimedial angereicherte Texte, die die Nutzer auf ihrem Mobilgerät konsumieren”: Zukunft des Lesens oder Bilderbücher für Erwachsene?

Preiswürdig

Bei allem Respekt für den aktuellen Literaturnobelpreisträger – es gibt auch interessante kleinere Preise. Zum Beispiel den Blogbuster: Namhafte Literaturblogger fungieren als Jury für einen Romanpreis.

Noch ein alternativer Buchpreis: Das Hotlist-Blog stellt Bücher von Independents, also aus kleinen unabhängigen Verlagen vor. Auf die Hotlist der 10 beispielhaftesten Bücher gelangen die 3 Bücher mit den meisten Stimmen bei der Internetwahl, die übrigen Titel bestimmt die Jury aus Buchbloggern. Am 21. Oktober werden die Preisträger verkündet.

Meta

Mara Giese von Buzzaldrinsblog veröffentlicht passend das Literaturblogger-Buch, standesgemäß elektrisch bei Edel erschienen. Zu lesen ist darin, wie man ein Literaturblog aufsetzt und betreibt, sowie ein Blick hinter die Kulissen der erfolgreichen deutschen Buchblogs.

Das Papiergeflüster stellt eine App für Bücherwürmer vor, eine Art Instagram für das Social Reading, mit der man Bücher bewerten, besprechen und in virtuelle Regale sortieren kann.

Zum guten Schluss: Ein Timelapse-Video darüber, wie Bücher ins Regal gestellt werden. Langweilig? Gar nicht. Jedenfalls nicht, wenn es sich um den spektakulären Lesesaal der New York Public Library handelt, deren 52.000 Präsenzexemplare nach einer Renovierung scheinbar in Windeseile wieder am richtigen Platz landen.

 

3 Gedanken zu „Vor der Buchmesse: Ein Streifzug durch die Buchblogs

  1. Hallo Esther!

    Du hast einen gelungenen Beitrag geschrieben. Es ist schön zu sehen, welche Mühe sich manche Buchblogger neben des gängigen Rezensionsblog machen.

    Ich danke dir recht herzlich für die Erwähnung meiner Liste! :-)

    Liebe Grüße
    Henrik

    • Hallo Henrik,
      danke, und gerne doch – ist ja auch interessant, sich die Auftritte anzusehen. Wobei manche Accounts schon wieder verlassen wirken, vielleicht auf andere Kanäle abgewandert; aber viel Spannendes ist doch dabei.

      • Das stimmt allerdings, das wollte ich demnächst auch mal prüfen, dass die inaktiven Accounts wieder raus fliegen. Die nützen nämlich niemandem etwas. :-)

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