Zenkit oder: Trello auf Speed

Noch ein Onlinetool für die verteilte Projektarbeit? Da herrscht doch nun wirklich kein Mangel … Trotzdem kommen immer wieder neue dazu und erheben den Anspruch, noch etwas verbessern zu können.

Seit einiger Zeit schon schwirren begeisterte Reviews von Zenkit durch meine Timeline. Jetzt ist das Unternehmen auch mit einer mobilen App am Start und wird prompt als „Trello-Killer“ gehypt. Das musste ich natürlich ausprobieren …

Marsmännchen-Zen

Okay, die Behauptung, Zenkit sei Trello auf Speed ist ein wenig reißerisch. Vor allem in Zusammenhang mit einer Software, die den Begriff Zen im Namen und im Claim führt („Welcome to Productivity Zen“).
Zumindest der Vergleich zu Trello ist nicht auf meinem Mist gewachsen, den haben längst gewichtige Tech Reviews gezogen und auch die Entwickler selbst, Axonic Informationssysteme aus Karlsruhe, berufen sich ausdrücklich auf die einfachen Bedienbarkeit von Trello als Ausgangspunkt und Inspiration.

Wo bei Trello die grundlegende Metapher das Kanban-Board ist, auf dem „Karteikarten“ in Listen gruppiert werden, weitet Zenkit das Prinzip zu „Sammlungen“ (Collections) aus.

Die Beispiel-Collection, die neu registrierte Benutzer zum Üben und Testen vorfinden, nennt sich übrigens Mars Colonization. Das erklärt vielleicht das lustige Schrauben-Roboter-Maskottchen – Zenlits Gegenstück zu Taco, dem Husky bei Trello.

Vom Einfachen zum Schwierigen (oder Komplexeren)

Die Sammlungen sind zunächst einfache Projektgliederungen, die sich nach und nach erweitern lassen.

Interessant dabei sind die verschiedenen Möglichkeiten, sich die anfallenden Aufgaben anzeigen zu lassen – damit man sie so verwalten kann, wie es gerade am besten passt oder wie es halt den persönlichen Vorlieben entspricht. Also z.B.

  • in einer ToDo-Liste,
  • einem Tabellenraster,
  • einer Kanban-Tafel,
  • einem Kalender.

Darüber hinaus lässt sich in Zenkit alles an Informationen einpflegen, was man bezüglich anstehender Tasks wissen möchten: Fälligkeitsdatum, Status, Priorität, Zeitschätzung, Beschreibungen usw. Für weitere Details lassen sich nach Belieben benutzerdefinierte Felder hinzufügen. Zusammengehörige Aufgaben oder Projekte lassen sich mit datenbankähnlichen Links verbinden.

Man ahnt schon: Das kann schnell ziemlich komplex werden … Einen Eindruck davon, wie komplex, geben die verschiedenen mit Beispieldaten befüllten Templates – angefangen bei der schlichten „Bucket List“ bis zur vollständigen Projektdatenbank. Ich habe mir zunächst das Template Blog Planner in meine Anwendung übernommen – aus naheliegenden Gründen – und werde es in nächster Zeit intensiver verwenden.

Auf Speed getrimmt? Fazit

Vorläufiges Fazit nach vierzehn Tagen: Es lohnt sich schon, Zenkit – zumindest in einem Demo- oder Test-Projekt – auszuprobieren. Dazu erweist es sich als recht nützlich, dass Boards aus Trello ganz unkompliziert importiert werden können. (Der umgekehrte Weg geht leider nicht oder ist zumindest nicht einfach).

Ein Feature, das mir persönlich gut gefällt: Zenkit erlaubt den Export von Projektdaten als csv-Datei. (Das geht bei Trello nur als „Business Class“-Nutzer.) Man kann sich vorstellen, dass das Feature recht praktisch ist für den Austausch mit Excel-Fans oder fürs Weiterverarbeiten und Ausdrucken …

Die iOS-App kann momentan noch nicht sehr viel. Bezüglich „Speed“ lässt sich hier momentan nur sagen, dass es ziemlich schnell geht, neue Aufgaben in der (Wunder)Listenansicht anzulegen.

Zenkit statt Trello im Lektorats-/Verlagsbereich? Noch kann ich es mir nicht ganz vorstellen, aber vielleicht nutzt ja schon jemand außer mir den praktischen Redaktionskalender?