Remember to write in November

Herbst bedeutet für Tausende weltweit: der Schreib–Monat ist da. NaNoWriMo.

Das Ziel der – meistens – angehenden Romanautor:innen ist es, am Monatsende einen Entwurf von 50.000 Wörtern am Tag fertig zu haben. Was bedeutet, in etwa 1667 Wörter am Tag in die Tasten zu hauen.

Vor Jahren gab es mal den DigiWriMo, den Digital Writing Month, ausgerufen vom Institute of Digital Pedagogy. Dort haben sie die November-Challenge, 50.000 Wörter zu schreiben, ausgeweitet: vom Romanschreiben auf das „Schreiben ins Internet“. Was ist denn digitales Schreiben anderes?

Wenn ich so nachdenke, schreibe ich heutzutage ziemlich viel ins Internet: Checklisten, To-dos, Inhaltsverzeichnisse, Feedback, Konzepte, Umfragen, Terminpläne, Rede-, Web-, Printtexte aller Art. Ab und zu Tweets. Zu selten eigene Blogartikel.

 

Eine Rede ist keine Schreibe. Oder doch?

Das vielzitierte Bonmot wird meist Helmut Schmidt zugeschrieben, könnte aber auch schon älter sein (Friedrich Theodor Vischer, 1907). Egal, werden Sie vielleicht sagen. Dass eine Rede keine Schreibe sein soll, ist doch längst kein Geheimnis mehr. Und recht hätten Sie: Es scheint sich nun sogar bei vorlesenden Uni-Professoren herumgesprochen zu haben…

Was ist der Unterschied?

  • Das gesprochene Wort ist linear und flüchtig, wir können nicht mal eben im Text hin- und herspringen, wenn wir was verpasst haben. (Okay, in Podcasts und Videos, aber wie oft machen Sie das?)
  • Ein Vortragstext muss mehr Wiederholungen zulassen, den Einsatz von Stimme, Körpersprache und Pausen (auch Denkpausen des Publikums!) berücksichtigen.
  • Komplexe Vorgänge, Zahlen, Fremdwörter sind fürs Reden nicht optimal, weshalb Sie sie ja oft auf Folien packen. Auch die Kernsätze, die das Publikum beim geschriebenen Text vielleicht mit dem Leuchtstift hervorheben würde, visualisieren Redner gerne zusätzlich zum Vortrag (ja, ja, Power-Point-Bullets).

Und das sind nur drei der möglichen Aspekte. Texte, besonders wenn sie fürs Web geschrieben werden, sind oft auf Kürze und Effizienz getrimmt. Und natürlich sollen sie der Suchmaschine schmecken.

Trotzdem schlage ich Ihnen vor, sich einen Text, auch wenn er fürs Lesen gedacht ist, zuallererst als eine Konversation vorzustellen. Damit er von Anfang an mehr einen Plauderton bekommt. Eigentlich die natürlichste Herangehensweise, aber beherzigen Sie das immer?

Es gibt viele Aspekte, wie das Reden unser Schreiben verbessern kann.

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Kreative Korrekturzeichen

Korrekturzeichen sind genau festgelegt, amtlich nach DIN. Das ist ja auch klar, sie dienen der eindeutigen Kommunikation zwischen Korrektor und Setzerei. Missverständnisse beim Ausführen der Korrekturen sollen ausgeschlossen werden.

Unbotmäßig kreative Korrekturzeichen hatte der Zeichner Grant Snyder entworfen. Satzanweisungen wie “set in Italy”, “more drama”, “horribly wrong font” klingen zwar irgendwie vertraut, lassen dann aber doch Raum für Interpretationen …

Die Idee an sich ist originell, aber nicht ganz neu. Zuvor hat beispielsweise die Zeichnerin Eve Corbel ein eigenes Set an Korrekturzeichen kreiert, zu finden noch auf dem Blog der Korrekturwerkstatt Mighty Red Pen: Not your Mothers Editing Marks.

Jedenfalls sind Snyders INCIDENTAL COMICS, beispielsweise über das Betrachten von Kunst, immer einen Blick wert. Das Buch, welches den Anlass für die kreativen Symbole geliefert hat, ist als Hardcover erschienen: The Shape of Ideas. An illustrated guide to creativity.