Sammeln – sichten – ordnen – wegschmeißen

Lohnt es sich eigentlich, alte Links aufzuheben?

„Was ist das denn für eine Frage?“ Naja, wenn ich sehe, wie viele Profile bei verschiedenen Bookmarking-Diensten verwaist sind … Was helfen die umfangreichen Sammlungen, wenn Besucher nicht sicher sein können, welche Links noch relevant sind?

Oder grundsätzlicher gefragt: Ist Sammeln in Zeiten von Google, das sich zur allumfassenden Wissensplattform entwickeln möchte, überhaupt noch angesagt? Evernote-Fans werden jetzt womöglich aufschreien, weil auch Inhalte, die über Jahre mit dem Webclipper ausgeschnitten und verschlagwortet wurden, ein wichtiger Teil der eigenen Lernbiographie sind.

Woran misst sich dann aber die Relevanz?

Um das beantworten, braucht es vor allem eins: Ziele. Es beschleunigt den Organisationsprozess enorm, wenn man klare Ziele hat.

Ein paar klassische W-Fragen:

  • Für wen sammle ich? Für Kunden, Mitarbeiterinnen, mich selber, …?
  • Wozu sammle ich? Gezielte Recherche für eine Publikation, Ideengenerierung, bei Trends auf dem Laufenden bleiben, Lernprozess sichtbar machen, Inspiration …?
  • Was leisten die gesammelten Inhalte für mich? Zusammenhänge erkennen? Zahlen oder Fakten parat haben? Tutorial, um Vorgehensweisen nachzuschlagen?
  • Wie viel will ich aufheben? Es klingt vielleicht verrückt, aber ein Ziel wie: „Pro Thema will ich nur die besten 20 Links behalten“ ist messbar und lässt sich leicht nachverfolgen.

Trotzdem ist die Art, wie wir uns organisieren, sehr individuell.

Manche Sammler-Typen heben eben gern „alles“ auf. Weil man es ja wieder brauchen könnte, irgendwann.
Oder es gibt die Quartals-Aufräumer, die zwischendurch immer mal Ordnung schaffen wollen. Ich versuche es meistens in einem Aufwasch mit einem Wissens-Thema zu erledigen, in das ich tiefer einsteigen möchte.

Für alle kann aber die „Ermahnung“ hilfreich sein:

Aber der größte Entlastungsfaktor ist eigentlich jener, der jenseits von aller Technik existiert: Das sind Sie selbst. Verzichten Sie. Geben Sie nicht dem »Ach-nur-1-Klick-so-einfach!«-Gefühl nach, sondern überlegen Sie 2, 3 Sekunden, ob sich das Speichern wirklich lohnt.
(Herbert Hertramph in seinem Buch Digital Cleaning – Besprechung folgt demnächst)

Besonderen Dank an Nicole Bauch von FrolleinFlow.com, deren Anregungen ich hier mit verarbeitet habe.