(K)Eine Stilfrage: Infotexte in Leichter Sprache

In der aktuellen Wochenend-taz findet sich ein Kommentar: Leichte Sprache braucht Kritik, der sich unter anderem auf kritische Feuilletonartikel in FAZ und in B.Z. bezieht. Hintergrund der Debatte ist die Tatsache, dass Behörden und Institutionen im Vorfeld der Bundestagswahl vermehrt Informationsmaterial in Leichter Sprache publizieren. Nicht zuletzt deshalb, weil sie im Sinne der Barrierefreiheit gesetzlich dazu angehalten sind. Den Text selbst gibt es auch in Leichter Sprache.

Journalisten sollten sich infor­mieren, bevor sie Leichte Sprache kritisieren.
Zum Beispiel über diese Fragen:
• Wer ist die Zielgruppe von Leichter Sprache?
• Was ist die Aufgabe von Leichter ­Sprache?
• Welche Geschichte hat Leichte ­Sprache?
Sonst können Journalisten Leichte ­Sprache nicht richtig bewerten.
Denn eines ist sicher:
Journalisten sind nicht die Zielgruppe.

Worum es geht und wer denn dann die Zielgruppe ist, das erläuterte kürzlich in einem Vortrag bei den Webgrrls Rhein-Main Claudia Fischer vom Social Franchise Network capito. Weiterlesen

Wie geht es weiter mit der Ulysses App?

In den letzten Tagen gab es einige Aufregung um Ulysses, das elegante Schreibwerkzeug und derzeit eine meiner Lieblings-Apps. Die Entwickler SoulMen aus Leipzig haben nämlich beschlossen, von einem Kauf- zu einem Abomodell zu wechseln, um die Weiterentwicklung nachhaltig finanzieren zu können, wie in einem Blogartikel auf Medium nachzulesen ist.

Zwar sind sie nicht die ersten, die diesen Schritt vollziehen: Anfang des Jahres hat der beliebte Passwort-Manager 1Password auf ein monatliches Bezahlmodell umgestellt. Nur mit dem Unterschied, dass dies nur für neue Nutzer gilt, während sich für diejenigen nichts ändert, die die App zuvor gekauft hatten.

Ulysses hat dagegen beschlossen, auch für bestehende User das Abomodell einzuführen und sich damit eine Menge Ärger eingehandelt. Die Bewertungen im App Store und auf iTunes rauschten erstmal nach unten. Weiterlesen

Warum einfache Sprache gar nicht so einfach ist – Lernen von der technischen Kommunikation

Letzte Woche habe ich mich ein bisschen darüber beschwert, dass ich mich genervt durch eine Gebrauchsanweisung blättern musste. Das war nicht nett, denn ich weiß, was die Kolleginnen und Kollegen Technische Redakteure leisten.

In diesem Zusammenhang empfehle ich einen Blick in Tom Johnsons Blog I’d rather be writing. Er hat gerade einen großartigen Artikel über Verständlichkeit (nicht nur technischer Informationen) geschrieben.
Schön: Der Artikel enthält einen Praxistest des Lesbarkeitstools Hemingway App. Für die Ungeduldigen fasse ich den Artikel hier mal zusammen. Weiterlesen

Bots klauen unsere Sprache. Oder so.

Transformer

Transformer – Marcelo Páez Bermúdez auf Flickr CC-BY-2.0

Unsere Schreib- und Kreativwerkzeuge rüsten sich unaufhaltsam mit künstlicher Intelligenz. Wird nun alles, was wir von uns geben, intelligenter – oder im Gegenteil vorhersagbarer, genormter, angepasster?

Individuelle Kreativität und Ausdrucksfähigkeit könnten verloren gehen, wenn wir dem “Auto-Vervollständigen” zu viel Raum geben, meint der Autor Mark Wilson (The Rise Of Auto-Complete Culture–And Why We Should Resist auf FastCo) und führt als Beleg zwei Anwendungen von Google auf.

  • Autocomplete: In Googles Mailclient schlägt die Funktion Gmail Smart Reply vorgefertigte Antworten wie “haha,” “lol,” oder “talk later” vor. Das ist verführerisch, weil es eben schnell und unkompliziert geht und anscheinend oft die sinngemäß richtige Botschaft ist. Um das zu leisten, wurden offenbar zuvor große Mengen an tatsächlicher Korrespondenz analysiert und daraus der durchschnittlich wahrscheinliche Dialogverlauf errechnet.
  • Autodraw: In dieser Google-Applikation braucht man bloß eine sehr simple Skizze zu zeichnen und Google macht daraus mittels künstlicher Intelligenz ein richtig gutes Clipart. “Sozusagen Adobe mit Auto-Vervollständigen-Formel.”

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Begleitetes Schreiben

Die Schreibmaschine der Zukunft ist ein intelligenter Textassistent, der Autoren alle ungeliebten Tätigkeiten im Schreibprozess abnimmt. So beschreibt der Interaktions-Designer und Autor Samim Wininger (samim), der sich selbst als “KI-Experimentierer” bezeichnet, in einem neuen Artikel auf medium die Anforderungen an moderne Textverarbeitung.

Remix: Assembly App

Der eigentliche schöpferische Vorgang, so Samim, wird in Zukunft viel mehr als bisher schon darin bestehen, Vorhandenes kreativ zu veredeln.

Kuratieren, Remixen, Transformieren  – das sind Tätigkeiten, bei denen Maschinen hervorragend einsetzbar sind.
Sie liefern den Rohentwurf, der von Autoren nur noch vollendet werden muss.

Für alle fortgeschrittenen Funktionen stehen digitalen Textarbeitern heute Werkzeuge zur Verfügung, und doch helfen diese Tools nicht bei grundlegenden Fragen: Wie schreibe ich gute Geschichten? Wo finde ich Inspiration? Wie überwinde ich Schreibblockaden? In diesen Bereichen hat sich das Schreiben jahrhundertelang nicht verändert: Der Mensch macht die kreative Arbeit, die Maschine druckt die Wörter.

Heute dagegen verändern neue Technologien grundlegend die hergebrachte Arbeitsteilung zwischen uns und unseren Schreibwerkzeugen.

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