Das „Re” in Revision / Schreiben und Lektorieren gleichzeitig

Jedes Manuskript werde erst nach 23 Überarbeitungsgängen wirklich gut, hab ich mal gelesen. Da ist was dran, auch wenn man es nicht wörtlich nehmen muss. Und ich glaube nicht, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern wird, trotz aller Algorithmen und Tools, die uns beim Schreiben unterstützen.

Für die Überarbeitung (die Revision) müssen Autoren Zeit einplanen, selbst wenn – oder gerade wenn – ein Manuskript professionell lektoriert wird. Denn dann müssen die Änderungen ja geprüft und miteinander abgestimmt werden.
„Re-Vision” bedeutet wörtlich, das Geschriebene nochmal anzuschauen, möglichst aus der Leserperspektive. Ist zwar eher angelsächsischer Sprachgebrauch, aber mir gefällt der Ausdruck.

Was wird sich verändern, wenn Autor und Lektor mit der Unterstützung neuer Online-Tools parallel im Manuskript arbeiten können?
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(K)Eine Stilfrage: Infotexte in Leichter Sprache

In der aktuellen Wochenend-taz findet sich ein Kommentar: Leichte Sprache braucht Kritik, der sich unter anderem auf kritische Feuilletonartikel in FAZ und in B.Z. bezieht. Hintergrund der Debatte ist die Tatsache, dass Behörden und Institutionen im Vorfeld der Bundestagswahl vermehrt Informationsmaterial in Leichter Sprache publizieren. Nicht zuletzt deshalb, weil sie im Sinne der Barrierefreiheit gesetzlich dazu angehalten sind. Den Text selbst gibt es auch in Leichter Sprache.

Journalisten sollten sich infor­mieren, bevor sie Leichte Sprache kritisieren.
Zum Beispiel über diese Fragen:
• Wer ist die Zielgruppe von Leichter Sprache?
• Was ist die Aufgabe von Leichter ­Sprache?
• Welche Geschichte hat Leichte ­Sprache?
Sonst können Journalisten Leichte ­Sprache nicht richtig bewerten.
Denn eines ist sicher:
Journalisten sind nicht die Zielgruppe.

Worum es geht und wer denn dann die Zielgruppe ist, das erläuterte kürzlich in einem Vortrag bei den Webgrrls Rhein-Main Claudia Fischer vom Social Franchise Network capito. Weiterlesen

Wie geht es weiter mit der Ulysses App?

In den letzten Tagen gab es einige Aufregung um Ulysses, das elegante Schreibwerkzeug und derzeit eine meiner Lieblings-Apps. Die Entwickler SoulMen aus Leipzig haben nämlich beschlossen, von einem Kauf- zu einem Abomodell zu wechseln, um die Weiterentwicklung nachhaltig finanzieren zu können, wie in einem Blogartikel auf Medium nachzulesen ist.

Zwar sind sie nicht die ersten, die diesen Schritt vollziehen: Anfang des Jahres hat der beliebte Passwort-Manager 1Password auf ein monatliches Bezahlmodell umgestellt. Nur mit dem Unterschied, dass dies nur für neue Nutzer gilt, während sich für diejenigen nichts ändert, die die App zuvor gekauft hatten.

Ulysses hat dagegen beschlossen, auch für bestehende User das Abomodell einzuführen und sich damit eine Menge Ärger eingehandelt. Die Bewertungen im App Store und auf iTunes rauschten erstmal nach unten. Weiterlesen